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Je nach Geheifs zeigt er sich wild und zahm,Bös gegen Fremde, artig gegen Freunde,Die schmeichelnd er mit frohem Wedeln grtilst,
65 Die Ohren senkend. Doch wer ihn erhlickt,Wie er den Weg, quer hingestreckt, versperrt,Der macht sich zitternd fort. Der arme Landmann,Der um verschlungnen Rechtsfall, um der WirtschaftVerlegenheit, auch um der Töchter Mitgift
70 Mich zu befragen liebte, — schien ich dochEin zweiter Appius und Acilius 1 ) ihm —Er stört nicht mehr des Dicbtersitzes Frieden,Sorgt selbst für seine Sache. Meinen Wunsch,Der mir des Lebens höchstes Glück erscheint,
75 Mit mir allein zu sein, seh' ich erfüllt,
Und tausend Freuden dank' ich deiner Gabe! —Er tanzt im Tal, am Bachesrand sich müde,Den hellen Sang der Kinder äfft er nach,Treibt unaufhörlich Possen. Doch die Gänse,
80 Die durch die Pfütze watscheln, nimmt voll GrimmEr stets aufs Korn. Er jagt sie längs dem UferAuf hohe Klippen; flieht ins tiefe WasserEin arg verfolgter Vogel, stürmt er nach,Schleppt aus des Baches Mitte ihn ans Land,
85 Zum fetten Mahl für seinen Herrn, bedachtDurch seine Beute meine Kost zu bessern.Doch spafst er nur, weil ihn die WasserjagdErgötzt, — und zürnt er auch ein wenig, ist's,Weil ihm das Schnattern auf die Nerven fällt!
90 Er ist ja wie ein Lamm; kein junges Tier,Kein Schäfchen, kein verirrtes Zicklein wirdEr jemals necken; ja, ich sah ihn stutzen,Als jäh ein Hase seinen Weg gekreuzt.Doch kot'ge Säue, krafterfüllte Rinder
95 Packt mutig er mit scharfem Zahn ans Ohr. —
l ) Der Dichter scheint ein paar recht strenge Vertreter der Gesetzevereinigen zu wollen; es dürfte daher der Dezemvir Appins Claudius g e 'meint sein und Acilius (nicht Aquilius, wie andere lesen), von dem sehrstrenge Gesetzesbestimmungen über das Schuldreeht herrühren sollen.