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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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70 Drum mag das Wasser seine Eigenart,Der Fluls sein altes Bett getrost behalten!Doch jene Scholle, die am Felsen klebt,Von Anbeginn der Nymphen Tummelplatz,Sie bleibe mein und meiner Musen Sitz!

75 Denn sie genügt mir, Gäste hab' ich selten,Es legt ja niemand mehr auf Lieder Wert,Und vielen Narren gilt mein Leben hierAls Narrheit. Diese Scholle wird umschanzt,So dals kein Sturzbach sie erschüttern kann,

80 Er mttfste sonst die schroffe FelsenwandAus ihren Wurzeln reifsen.

Läfst die SorgeDir etwas gute Stimmung, läfst der HofdienstDir etwas Zeit, so komm heraus und siehVerehrter Freund, dafs aller Dinge Zustand

85 Sich hier verändert hat, dafs ich den NymphenUnd jene mir den Platz geräumt; zu EndeIst unser Dräun, der Krieg ist beigelegt.Als Waffen schwing' ich jetzt ein kunstreich NetzUnd, ein verschlungnes Irrsal für die Fische, -

90 Ein Binsenfleehtwerk, das dem Wasser wohlGestattet durchzufliefsen, doch den FischenIst's ein Gefängnis, draus mit keiner ListSie je entrinnen! An des Schwertes StattSind krumme Haken, wohlgespickt mit Ködern,

95 Sind schwanke Buten und ein kleiner DreizackGetreten; Fischer bin ich selbst gewordenVermag den schnellsten Fisch in voller FahrtIm Bücken wohl zu treffen, und am GrundIhn aufzuspießen. Sieh, die erste Beute100 Der Wasserjagd, ich sende sie zu dir;

Zugleich ein Lied, wie's hier im engen HausUnd im geschlossnen Tal entsteht, woselbstManch netter Fisch für deine TafelfreudenUnd manches Liedchen für dein Ohr gedeiht.