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Die du nicht kennst und deine Jünger lehrst! ■—Sie wulste längst vielleicht, dals du der RuheDich hier erfreut hast; da sie dich nicht fand,
80 Ging sie den Spuren nach. Dir zog sie nach,Dein Bildnis stand vor ihrem Lieheshlick.Das war nicht Täuschung! Wer der Liebe kundig,Der sah: hier eilt ein liebend Weib dem Freunde,Dem heimgekehrten, zu. Schnell war ihr Schritt,
85 Das Auge, leuchtend hell, vor Freude strahlendUmfing mit Wonneblick das liebe Tal.
Mich trieb's zur Umkehr; war sie doch dein AbbildSchnell wandt' ich mich, mit dir meint' ich zu schreiten,Dein Wort zu hören, selber dich zu schaun.
90 Führt doch die Liebe gleich und gleich zusammen!-------
Sie weist mich ah! — So blickte Daphne strenge,Als sie des Phöbus Huldigung zurückwies,Diana so, als durch Aktäons VorwitzSie grollerfüllt war. Freilich führt den Bogen
95 Die Schöne nicht, kein Köcher ziert die Schulter;Doch ihre Augen schiefson süfse Pfeile!Die kennst du wohl! Wer jemals liebte, kennt sie! —So schieden wir. Die Nacht schlol's mir die Lippen.
4. Friedensschlufs.
(An Giovanni Colonna.) ')
Nun ist der Juli wieder da, nun sollEin Briefchen wieder dich besuchen, dirBericht erstatten von des Landmanns Sorgen!
Den grol'sen Streit um meinen kleinen Garten,Und wie er ausging, was für Gründe mich
') Das Gedicht schliefst unmittelbar an Ep. III, 1 an. Hatte P. dortdem Kardinal Colonna triumphierend berichtet, dals er den Nymphen dasfür seinen Garten erforderliche Terrain abgerungen habe, so inuis er hiergestehen, dals er nach langem Kampfe einsieht, dafs er die Nymphennicht bezwingen könne, sondern sich mit einer kleineu am Felsen klebendenScholle begnügen werde.