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Zur Linken mir,i) da naht ein muntres VolkVon Männern und von Frauen, bunt gemischt.Von fern zwar sind die Formen kaum zu scheiden;
GO Der Franken Putz erschuf uns Doppelwesen,
DaXs an der Tracht nicht Mann noch Weib du kennst.»)Doch wie sie nah'n, erkenn' ich auch die Züge,Den zarten Schleier, reich besetzt mit SteinenDas Stirnband, dieser Locken goldne Pracht,
65 Das Purpurkleid mit breitem Saume, 3 ) Ringe
Gleich Sternen leuchtend. Schon umdrängt die ScharDen Wandrer, grüfsend, fragend. — Ja, sie war's!Sie war's, für die du leidvoll, freudvoll glühst!
Wie war sie schön! Und doch, in jenem Auge
70 Schienst du zu wohnen, mich zu grüfsen, mirDie Hand zu bieten mit vertrauten Worten!„Wohin begibt sie sich?" fragt' ich die Diener.„Zum vielgerühmten Quell," erklang die Antwort:So schien's, allein mich deucht, ihr Wandertrieb
75 Entsprang aus anderm, tief verborgnem Quell!Verschlagner Liebesgott, wo sind die Künste,
*) Der Dichter geht den Weg bergab, der am rechten Ufer der Sorgueentlang führt und noch heute von allen Besuchern benutzt wird Daherhat er den Strom zur Linken. Wo er übernachtet, erwähnt er nicht
») Die Stelle beweist, dafe in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahr-hunderts der französische Einfluß auf die Trachten begann der seitdemdie Welt beherrscht hat. Da aber die neue Tracht enge, die Körperformengenau zum Ausdruck bringende Kleider vorschrieb, ist nicht klar, warumP. von weitem Männer und Frauen nicht unterscheiden konnte. Vermutlichmeint er das überziehkleid, das von Männern und Frauen f^^getragen wurde: wenn es nach damaliger Mode mit Uberfallkragen od.rKapuze getragen wurde, konnte es wohl den bezeichneten K.ndnick hervor-rufen. Das Überziehkleid reichte bis zur Erde war bei den Frauen längerals bei den Männern und mutete daher beim Gehen von den Dama .uf-genommen werden. Es war ohne Ärmel und an den Seiten weit und tiefansgeschnüte. ^ ^ ^^ knöpfen
versehl Lnir ringsum mit Zacken oder Zotteln ausgestatte: dfcsedürfte p hier meinen. Das Haar trugen die Damen nicht geochten undaufgebunden, sondern frei hängend, daher auch Stirnbänder (Weiss,Kostümkunde III, 1, 60 ff.).
I 1 . Frlederadorff, l'etraroaa poetiüolio Briefe.