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30 Kaum einen heifsersehnten Friedenstag
Verlebt' ich hier; mit so viel Fesseln hält,Mit so viel Sorgen mich der Hofdienst fest.Mein ist die Schuld; die Kette legt' ich willigMir leider an; noch war mein Nacken wund
35 Vom alten Joch, als ich ein neues auflud. 1 )
Wie gern gedenk' ich jetzt des frohen Tages,Als ich den Quell, die Flur, den Erdbeerbaum,Den ich gepflanzt, den Lorbeer meiner Heimat,' 2 )Bequem beschaute, als in Wald und Wellen
40 Du mir zur Seite bliebst, mein Blick dich traf.Der Hügel hier, die Wiese dort, sie botenZur stillen Buh' den weichen Kasenpfühl,Und murmelnd zog die silberhelle Woge,Wenn froh wir scherzten, uns zu Ftilsen hin.
45 Hier luden wir zu heiterm Fest die Musen,Die in Verbannung lang geschmachtet, ein,Und voll Entzücken baten wir zu GasteDie Sängerschar aus Griechenland und Bom;Hier, wo ihr heil'ges Lied erklang, verstummte
50 Das eigne Leid. Bei muntrer Wechselrede
Hielt uns das Mahl vereint tief in die Nacht.-------
Dem dacht' ich nach, da war die kurze FristDes Tags dahin, und zögernd trug der FufsDen späten Wandrer heimwärts von Vaucluse.
55 Schon lag die Schlucht, der schatt'ge Grund des TalesIm Blicken, leuchtend glitt der Strom dahin
') Unter dem alten Joch scheint P. sein Verhältnis zum KardinalGiovanni Cülonna zu verstehen, das, so angenehm es für ihn in mancherHinsieht war, doch eine gewisse Beschränkung seiner Freiheit zur Folgehatte; unter dem neuen Joch das nähere Verhältnis zum päpstlichen Hofe,in das P. trat, seitdem ihm am 25. Januar 1335 das Kanonikat von Loinbesverliehen war.
a ) Dafs in Avignon und speziell in Vaucluse damals kein Lorbeerwuchs, sagt P. ausdrücklich Ep. 1, 11 am Schlufs:
es grüntKein holder Lorbeer hier auf den Gefilden.