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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Des kühnen Phaeton die Schwestern weinen,')Sie sind gestillt, und nur vereinzelt noch55 Beseufzen sie des Heldenjttnglings Fall.

3. Die Geliebte des Freundes.-)

(An Guglielmo da Pastrengo.) :i )

Die Sehnsucht trieh aus lautem StadtgettimmelIns stille Tal mich hin, zum Sorguequell, 1 )Der wunderbar mit hell kristallnen FlutenDer Dichterseele Trieh und Schwung verleiht.

J ) Phaeton, der Sohn Apollos, stürzte bei dem Versuche, den Sonnon-wagen zu lenken, zur Erde und kam so um. Nach der Sage stürzte Ph.in den Eridanus = Po. Da seine Schwestern ihn unaufhörlich beweinten,wurden sie in Pappeln verwandelt und ihre Tränen in Bernstein. DerSinn der Stelle ist demnach: Auch der heftigste Kummer, der in Ober-Italien sich zeigt, wird beruhigt werden von der Tonkunst meines Schützlings.

8 ) Der Dichter schildert Lage und Beschaffenheit des Tales vonVaucluse, erinnert den Freund an die gemeinsam dort verlebten Stundenund erzählt seine Begegnung mit der Dame, die Guglielmo verehrte.Der Name dieser Dame ist nicht bekannt, doch beweist v. 55ff., dafs sieeine Edelfrau war. Das Gedicht dürfte zu den frühesten der Sammlunggehören, da ans v. 25 ff. hervorzugehen scheint, dafs noch nicht lange Zeitvergangen, seit Benedict. XII., Papst seit 1834, dem Dichter das Kauonikatvon Loinbes verliehen (25. Januar 1335); Abfassungszeit um 1337, nachBeendigung der ersten Heise nach Rom.

8 ) Guglielmo da Pastrengo, geboren zu Pastrengo im Gebiete vonVerona, Humanist, lebte als Notar nnd Richter in Verona, war mehrfachals Gesandter im Dienste der Scaliger in Avignon, wo er vielleicht schon1335 mit P. bekannt wurde. Beide verband Liebe zum Altertum undinnige Freundschaft.

*) Am Ende eines engen Tales (vallis clausa = Vaucluse), am Fufseeines Kalkfolsens von 071 m Höhe, befindet sich eine hohe und weite Höhle,die weltberühmte Grotte von Vaucluse, aus der die Quelle der Sorgue ent-springt. Das Tal wird von Felsen halbkreisförmig abgeschlossen, eineFelsbildung, die im Süden von Frankreich nicht selten vorkommt, cirquegenannt. Die nächsten Felsen oberhalb der Quelle steigen senkrecht 200 inin die Höhe; sie schüefsen das Tal der Sorgue gegen Süden, Osten undzum Teil auch gegen Norden ein, wie P. eben hier beschreibt. Das Wasserder Sorgue füllt, wenn es hohen Stand hat, die ganze 9 m breite Höhleaus und stürzt sich mit lautem Brausen über das vor der Höhle liegende