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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Ich bat, verhiels, glaubt' ihn gewonnen daZog er dem höhern Ziel ein niedres vor!Als er im Sehlofs den Priestern sich genaht,Die Rom mit purpurrotem Hute schmückt,

20 Da stockt er ratlos, um den Weg verlegen,Und ungewifs, ob in der Schätze FülleEr Goldesglanz begehren oder mirUnd meinem treuen Rate folgen sollte.Nun bangt ihm vor der Alpenhäupter Schnee,

25 Vor ihren sturmumbrausten Felsenschroffen;Doch lockt zugleich ihn des gepriesnen LandesGlücksel'ge Ruh, ihm schlägt sein Herz entgegenIn Lieb' und Sehnsucht. Wie der junge KopfDas Herz bestimmen wird, wer möcht' es ahnen?

30 Doch sei gewils, die Seelenstürme haben,

Wenn er die Saiten meistert, keine Macht;Wo er gebietet, walten Ruh' und Frieden,In seinen Händen wohnt der Freuden Fülle,Die düstre Klage schweigt und eilt von dannen,

35 Bezwungen von der Töne Wunderkraft.

Kommt er mit mir, so wird er Frieden bringenDer Flur, den Wiesen, die der Po durchströmt,Den klaren Seen, den anmutsvollen Bächen,Die segenspendend das Gebirg entsendet,

40 Mit silberhellem Lauf die Flur zu schmücken.Doch dir zumal wird er Erholung bringenVon bittren Sorgen, wird dich mächtig starkenZu edlem Streben, wird mit Feuergeist

Die Feder füllen.

Dann wirst du bekennen:

45 Von ungestilltem Liebessehnen singtBeim ersten Morgenrot die Nachtigall,Doch nicht so schön wie er; es singt der Schwan,Wenn er am Lebensabend schon den loaSich nahen fühlt, ein überirdisch Lied,

50 Doch nicht so schön wie er; es ruhn die StürmeAuf wilder See; der Himmel lächelt wieder,Und selbst die Tränen, die um jähen Sturz