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Franz Petrarcas poetische Briefe
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186
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Mit Bogen, Köcher, mit den Feuerpfeilen,

75 Mit allen Waffen trat er in den KampfFür unsre Sache und am hellen Mittag,Naht' er als Helfer uns aus Himmelshöhn.Zur Nacht, wetteifernd mit dem Bruder, liehDiana freundlich uns ihr mildes Licht

80 Und hielt das Dunkel länger fern als sonst.

Doch spür ich wohl den Plan verborgner Tücke!Bis Wintersterne Schnee und KegensturmUns bringen, bis der Wassermann die UrneAuf uns herabgiefst, hält der Feind sich still.

85 Dann will er jäh mich überfallen, dannWird aus der Höhle weitem Schlünde dortEin wilder Strudel zur Vernichtung brechen.Ich bin bereit! Schon hat mein wackres HeerAus Felsentrümmern und aus Feldgestein

90 Den festen Winterdamm getürmt; es soll

"Uns nicht der Po, nicht der Araxes schrecken,Die sonst der Deiche und der Brücken spotten!Der Sieg ist mein! Gesichert ist der FriedeFür alle Zukunft. An dem klaren Strome

95 Stell' ich vereinzelt nur als Posten auf

Mein ländlich Heer, das in der Flut sich badet.

Nun fleh' ich, Gott, lafs hier mich wiederfindenDie goldne Vorzeit, lafs mich Lorbeer pflückenUnd Kränze flechten, heil'ge Reigen schaun,100 Wenn auch Apoll beleidigt schweigt, wenn auchAn Cirrhas heil'ger Stätte WinterfrostUnd eis'ges Schweigen lange Jahre herrscht!')Nicht Beifallslärm im stolzen Festtheater,

Gottheiten der Sonne und des Mondes in dem Nymphenkrioge Partei er-greifen zu Gunsten des Dichters.

J ) Der Dichter spricht die Hoffnung aus, dafs so sehr auch die Gegen-wart poetischen Bestrebungen abhold sei, es ihm gelingen werde, die or-storbene Dichtkunst zu beleben. Über die Mifsachtnng der Dichtkunstvor Petrarca vgl. Voigt-Lehnerdt, Wiederbelebung des klass. Altertums I 3 ,p. 28.- Körting, Petrarca p. 650 ff. Cirrha, Hafenstadt von Delphi, demApollo heilig.