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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Dafs doch die Zeit, unmerklich, leise gleitend,Auf Erden alles umstöfst! Ach! wie andersErschien die stille Flur, die kühle Grotte!Von meiner Hände Werk blieb keine Spur.

55 Der Feind zerrifs den Damm, zertrat das Feld,Und Fische spielten auf der Musen Sitz.Zu schwerem Kampf muls ich entschlossen schreiten,Und Schmerz und Zorn gibt meinen Waffen Kraft.Das rauhe Landvolk kommt, die Schar der Hirten,

60 Geringen Lohnes froh, die Angel wirft

Der Fischer fort und streitet hochgeschürzt.Wir wälzen Felsenblöcke, wir zerreifsenDer Mutter Erde altersgraue Glieder,Ja, selbst den Berg durchwühlt der Eisenzahn.

65 So schlagen, so verjagen wir die NymphenUnd baun an Ufers Rand ein festes SchlofsDen heil'gen Musen. Im VorübergleitenMag nun der Feind sein eignes Leid beseufzenUnd unsre Freuden schaun; nach so viel Kämpfen

70 Kann er nur wehrlos dröhn und leise murren.

Jedoch nicht uns allein gebührt die Palme;Das Hundsgestirn, des Löwen Sternbild standUns sichtbar bei, gewann uns Phöbus' Hilfe. 1 )

Benedikt XII. und der Regierungsantritt Clemens VI. veranlafsten ihn zurRückkehr an den päpstlichen Hof nach Avignon. Damals fand sich (imWinter) für einen Aufenthalt zu Vaucluse keine Zeit. Im Januar 1343starb König Robert von Neapel, und P. erhielt eine diplomatische Missionan seinen Hof, die ihn bis zum Dezember 1343 in Anspruch nahm. VonNeapel begab er sich wiederum nach Parma und blieb dort bis EndeFebruar 1345, darauf reiste er nach Verona und traf endlich in Avignonwieder ein am 19. Dezember 1345. Von hier dürfte er sich wieder imFrühjahr 134G nach Vaucluse begeben und die dauernde Eindämmung seinesGärtohens und Hauses vorgenommen haben, also tatsächlich im sechstenJahre nach seiner Reise zur Dichterkrönung (v. 45) und nach mehrmaligem

Hin- und Herreisen. ,. , , .,

») Dem antiken Vorbild folgend bezeichnet P. gern die J^res^itenmit den Zeichen des Tierkreises, in denen die Sonne steht, also Bild desLöwen = Hochsommer; v. 82. Wassermann - Winter; ebenso mit den inder betreffenden Jahreszeit aufgehenden Sternbildern (Hundsgestirn) Esentspricht ferner antiker Vorstellung, dafs diese Sternbilder nebst den