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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Dafs ich Verbannten ihr Besitztum schenkteUnd, selber fremd, in fremder Leute Wohnsitz

20 Neun alte Mädchen schleppte, die doch jederKings auf der Welt von seiner Tür gewiesen,Und die nur mir im Werte höher ständenAls tausend Nymphen.

Bald auf engem RaumErblüht' ein schmuckes Gärtchen, selbstgepflanzt,

25 Erstand ein wohlgepflegter, grüner Platz,Als schnell die Nymphen aus der FelsenburgHerniederstürmen und den schwachen BauMit wildem Anprall schonungslos vernichten.Wir klammern rasch uns an die nächste Klippe,

30 Vom sichern Orte ängstlich Umschau haltend.Doch stehn wir bald im Felde wieder, wagenUns wieder vor ins offne Land, entschlossen,So schimpflich nicht zum zweiten Mal zu fliehn.Indes durchzog der Sonnengott die Bahn

35 Der Himmelswölbung, wieder Sommer ist's.Da mufs ich sehn, wie Übermütig, frechDie feuchten Nymphen meinen Bau zerstören,Die Musengrotte schänden! Ich war rasend.Allein was half's? Willkürlich lenkt das Schicksal

40 Der Menschen eitle Pläne, ja, verkehrt

Sie oft ins Gegenteil. Zum Kampfe schick' ichMich wieder an, da treibt's in weite Fremde,An ferne Küsten mich gewaltsam fort.Ich mufs Vaucluso, die junge Saat verlassen.

45 Ich muls nach Rom, aufs hohe KapitolDie Musen führen, das ihr staunend AugeSeit so viel hundert Jahren nie geschaut.Im sechsten Jahre kehr' ich endlich wieder.So lange Zeit hab' ich die See, die Alpen

50 Nur allzu häufig hin und her durchkreuzt. 1 )

') Ans v. 48 ergibt sich mit Wahrscheinlichkeit das Jahr 1346 alsAbfassungszeit des Gedichtes. Am 1. September 1340 erhielt P. noch inVaucluse die Aufforderung zur Dichterkrönung; im Anfang 1341 reiste ernach Neapel, 13411342 hielt er sich in Parma auf. Per Tod des Papstes