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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Du Freiheit und Besitz, das Schicksal spart

180 Hier, was du willst, dir für dein Alter auf.Wenn gar die ernste Sorge dich bewegtUm deines Grabes Stätte, 1 ) welches UferGewährt den Gliedern sanftre Ruh als dies,Das unsres grölsten Dichters irdisch Teil

185 Und deines Landsmanns teure Reste birgt?Auf diesem Hügel ruht Virgil, nach ihmAuf jenem Plinius 2 ) in ihrer MitteZu schlummern zauderst du? Den Hügel hierHat Mantua besetzt, Verona jenen

190 Du bist im Vaterlandel

Nicht zur ReiseIn wilde Fernen lad' ich dich, du sollstDen Ebro nicht, noch gar den Indus schaun,Noch zum Hydaspes ziehn. Du hast es besser!Du sollst Italiens Land und Luft geniefsen,

195 Italiens Wasser trinken! Nicht den Atlas,Den Himmelsträger, sollst du überschreiten,Nicht zum Olymp auf Wolkenpfaden klimmen,Nicht in Nemeas Wald, am ErymanthusGefahr bestehn, noch mit dem Ungetüm

200 Aus Lernas Sumpfe ringen, nicht die SeeBei Karpathus, noch wo die Syrte brandet,Sollst du befahren.

Sanfter noch als sonstTrägt dich die Flut des Po bei heitrem Sommer;Durch seiner Wälder Dunkel leitet dich

205 Auf scliatt'gem Wege Vater Apennin,

Und schon der sechste Tag bringt dich bequemZur Flur Toskanas aus der Heimat hin.Nun schreitest flink du über sanfte Hügel,Vorbei an schmucken Städten auf den Hügeln,

') Für sein Grab sorgte der fromme Christ des Mittelalters beizeiten,nicht nur, wie bekannt, Päpste und Fürsten.

a ) Hiernach ist anzunehmen, dal's, wie man noch jetzt ein Grab Virgilsam Posilip zeigt, damals auch irgendwo ein Ctrab des Plinius zu sehen war,der bekanntlich beim Ausbruch des Vesuv 79 n. Chr. umkam. Ep. II, 7.