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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Wir plaudernd traten; war es da ein Wunder,

145 Dals du erschienst, als vierter zu uns kamst?Mit Schmeicheln, Bitten wollten sie mein HerzIns Wanken bringen, fanden tausend Gründe,Dafs ich mein Wanderleben willig schlösse,Bei ihnen bliebe; doch da unbeständig

150 Mein Schieksalsstern mich in die Irre führtUnd nie mir Ruhe gönnt, ward ihr VerlangenAuf dich allein gerichtet. Deinen NamenNannt' ich aus Zufall, mit verdientem LobIhn hoch erhebend. Beide horchten auf:

155 Welch neuer Sänger? Nochmals wollten sieDen Namen hören. Kurz und gut, sie baten,Dich als Genossen sollt' ich ihnen senden!Beschworen mich bei unsrer alten FreundschaftGeliebtem Bund, bei allem, was mir teuer,

160 Versprachen auch, dals hohe Ehre dein

Und reicher Lohn bei wenig Mühe harre.Nie soll im Alter unabläss'ge SorgeNoch harte Arbeit, noch der wilden KnabenVorlaut Geschwätz, 1 ) noch Lebensüberdruls

165 Dich niederdrücken; nein, in froher Mufse,In ihrem Kreise sollst du weilen, sollstDir endlich selbst zurückgegeben seinAm Lebensabend. Und was solche LeuteVerheilsen, fordert unbedingten Glauben!

170 Sie wollen Grolses, können Grölsres leisten!Der gleiche Ruhm, das gleiche Streben machtEuch zu Genossen, denn ein SeelenbandVerknüpft die Herzen und umschlingt euch traut,Seid ihr gleich fern, einander unbekannt.

175 Wohlan versuch's! Wenn dich nach Ruhm verlangt,

Er kann dir nirgends heller strahlen; wennDu holden Frieden suchst, auf unsrer ErdeGibts keinen stillern Hafen. Doch begehrst

J ) Einaldo war Lehrer in Verona, er sollte also sein Lehramt nieder-legen und in Neapel der Kunst und Wissenschaft leben.