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Franz Petrarcas poetische Briefe
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50 Zerfallen sind sie und bedeckt von Trümmern.Und wenn der Zeit noch eine Pforte trotzt,So ist sie stumm. Die Götter sind verstummt,Verstummt die Priesterin: ein einz'ger GottVerkündet Erd' und Himmel seine Allmacht.

55 Manch bunter Vogel nistet im Gemäuer,

Es wallt im See die finstre Flut, doch untenIn seiner Tiefe, schwarz wie Pech, bemerktDas Auge dunkelfarb'ge Fische spielen.Der Schwefeldampf, der Stätte Aussebn zeigt,

60 Wie nah die Hölle liegt. Des Berges Höhle,

Den man mit Recht Barbarenberg>) genanntZum Sitz der Schatten führt sie niederwärts,Wie glaubhaft man berichtet. Denn ich selbstBegnügte mich, des Pluto Schlofs von fern, 2 )

65 Von fern den Eingang anzuschaun, von demNoch keiner wiederkam Denn nicht alleinDie alte Sage und der Sänger LiedErweckt Entsetzen, nein, es scheut der Hirt,Der rohe Bauer sich dem Ort zu nahn,

70 Und mag der Schiffer aus dem WogenbrausSich ungeduldig nach dem Lande sehnen,Doch wagt er nie, die Stätte zu betreten!

Von Durst nach Gold getrieben, das in MasseAm Grund der Höhle sie verborgen wähnten,

75 Versuchten kürzlieh ein'ge kecke Burschen,

Wie man sich dort erzählt, den Weg zu schreiten,Der Kückkehr nie gestattet. Sie erreichtenWohl ihren Zweck, das finstre SchattentalMit seinen Beizen hielt sie fest, vielleicht

80 Auch kamen sie vom Wege ab und fielenIn Todes Stricke, kurz, sie wohnen heutIm Haus des Höllenfürsten, blieben BürgerDes Tartarus.

*) Gemeint ist der heute auf den Karten Monte Gauro genannte Berg,früher Monte Barbaro genannt.2 ) Vgl. Ep. II, 7, v. 5 1 ff.