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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Doch, arme Seele, was betrübst du dich?Warum bist du voll Unruh? 1 ) Sieh, es kommtDer Tag des Endes, wo das Weinen schweigt,440 Wo deine Sehnsucht endlich sich erfüllt.

Wozu die Qual? Schnell, wie ein Schatten, nahtDer Tag des Glücks, da wir den Lauf vollbrachtUnd teure Brüder, heifsgeliebte Kinder,Die nur vorangeeilt sind, wiedersehn.

16. Die Berufung.

(An Rinaldo da Villafranca.)Mich sandte jener, der den Himmelsherrn,Des Donners und der Sterne Herrn, vertritt,Vor kurzem nach Neapel, dem geliebten,Dem vielbesungnen. In geschäftiger Eile5 Tat ich die Fahrt.' 2 ) Wie war der Auftrag schwer,Der Ausgang ungewil's, gewil's die Mühe!Das zog mich an, zugleich bestürmte michDes Wiedersehens süJ'se Sehnsucht. Ach,Noch stand ich kaum au wohlbekannter Schwelle,

10 Da war ich abgekühlt, da war geschwundenDie sehnsuchtsvolle Ungeduld! Mir war,Als sah' den Himmel ich, beraubt der Sonne,Und muiste seufzen; war vom Throne dochGesunken er, der gleich der Sonne hell

15 Erstrahlte in Siziliens Königsschlofs.

Ins Grab geschlossen war mit ihm die Sonne,Und ohne ihn lag wie in finstrer NachtVerwaist das Reich. Der Edelleute Tränen,Des gramerfüllten Volkes bittre Klagen,

J ) Psalm 42, 6.

a ) Über die Sendung P.s nach Neapel vgl. Ep. II, 7, aun. 1. Rinaldoans Villafranca lebte in Verona und war Lehrer des Sohnes P.s. DerDichter besehreibt in behaglichem Geplauder eine Wanderung durch dieUmgebung von Neapel und übermittelt an Rinaldo eine Berufung nachNeapel, die Giovanni Barrili und Barbato an R. ergehen liel'seu.