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Und der bist du, Erlöser, Retter, Tod!
400 Mifsgönnst den Brüdern du, dafs sie gelandet,Wo keine Woge ihren Kahn bedroht?Beweinst du eignen Schaden? Nicht die Liebe,Nicht deines hohen Geistes edle ArtGestatten dirs. Die Träne mufs versiegen!
405 Und wenn der Tod zuerst dahingerafft,
Was seine letzte Beute schien, so findeDie Schicksalsfügung nicht beweinenswert!Er nahm, was sein war. Gleichen Zoll entrichtet,Was sterblich ist, doch nicht zu gleicher Frist.
410 Die Jahre bucht der Tod; er übersieht
Kein flüchtig Stündchen, rechnet nie zu wenigUnd nie zu viel; und ist das Ziel erreicht,Das uns der Schöpfer setzt, so stimmt die Summe.Mag der zuletzt, zuerst ein andrer sterben,
415 Sie beide stehn zu rechter Zeit am Ziel. •—Wie ist die Spanne kurz, die hohes AlterUnd Kindheit trennt! Wie sind die Strecken winzig,Die andre Stufen scheiden! Und verliefsenIn Jugendblüte die Geliebten dich,
420 So glaub', es war zu ihrem Heil, vielleicht
Zu deinem Heil. Verschlossen bleibt den MenschenDie Wahrheit stets, und immer zagt die Seele,Wenn sie der Zukunft denkt; sie sucht im Dunkel,Was nutzen, schaden kann, mit blindem Tasten.
425 Soll ich das Trauerlied dir weiter singen?
Des gleichen Leides Fälle dir berichten?Soll ich von Brüdern dichten, die so herbDer Tod getrennt hat? Ach, wie selten langtenGemeinsam sie am Ziel des Alters an! —
430 Getreu der eignen Würde halte MalsIn Tränen, zeige hellen Blick der WeltUnd heitern Sinn! Nur Toren weinen ewigUm kurzen, unersetzlichen Verlust!Nie kehrt zurück, was du begehrst, vergebens
435 Sind Worte, Bitten; ja, du schmähst umsonst!Für deine Schmähung ist das Schicksal taub.
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