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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Sie kurze Pausen in die Verse ein.

330 So sangen sie, ich schrieb. Was allen gilt,Hast du bisher vernommen; höre jetzt,Was sich auf dich bezieht.

Zuvörderst meideDen Zorn des Herrn, der aus den Sternen blickt.Was er bestimmt, das wage nie zu tadeln,

335 Denn Tod und Leben ruhn in seiner Hand.

Und was du tust, vergii's es nicht! erschautAus nächster Näh der liohe Kirchenfürst.Sei stets bedacht, dafs nicht die heitre StirnDer Schatten deines Angesichts ihm trübe!

340 In ihm wohnt höchste Milde, seinem WesenEntspricht sein Name. 1 ) Wie dein Antlitz ihmDu zeigst, wird auch das seine er gestalten,Und weinst du, kann die Träne er nicht hemmen.So zähme deinen Kummer, trockne ab

345 Die nassen Augen, keine Spur entdecke

Sein milder Blick von deinem Seelenschmerz.Nur seinem Bat (und wer kann besser raten?)Vertraue deinen Gram, im treuen HerzenBewahre seine Worte, seine Lehren.

350 Er wird dir zeigen, dafs die arme Welt,Die er nach Recht regiert und leitet, vollVon Jammer ist, des Todes Statt; dafs keinerBejammern darf den Todesstreich, der wohlWoher er kam, wohin er geht, bedenkt.

355 Sei stark in Liebe, die den greisen Vater,-)

Den Enkel tröstet, der so schön erblüht,Der dir so wert ist durch des Herzens Adel;Sei du ein Tröster deiner Brüder Kummer,Dem tiefgebeugten Hause. Hoch vor allen

360 Erstrahlt dein Beispiel! Hat sie dreimal dochMit schweren Wunden des Geschickes Grimm

') Clemens VI.; Clemens = der Mildtätige. Ep. 11,5,277.2 ) Dies ist Stefano Colonua, der Ältere, damals über 110 Jahre alt,der seine Söhne sämtlich überlebte.

F. l'riudoradorff, Petraroas poetische Uriefe. 11