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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Unwidersprochen zürn' ihm nicht darum!0, wollt' er endlich nah'n, mit klarem Licht,Mit wolkenlosem, reinem Tagesglanz,So spät es sei, dein trübes Aug' erhellen!

295 Wo gab' es gröfsres Glück? Denn nieder drücktNur allzuschwer des Erdenlebens Leid.

Erlöser Tod, du rufst zum ew'gen FriedenDen Frommen, du zerbrichst des Sklaven JochDem Herrn zum Trotze, nimmst der Ketten Druck

300 Besiegten vom gebeugten Nacken, endest

Das Leid Verbannter, sprengst des Kerkers Tür,Du gibst den Guten ihr gerechtes Erbe,Du nimmst den Raub den Frevlern! Nichts vermagBei dir Befehl und Bitte, Gold und Gunst.

305 Nein, unentwegt, der Schmeichelei unnahbar,Am ersten Tage eingesetzt, gebietestDu, alles mit Geduld zu tragen, kündestDer Mühen Ende an. Und wärst du nicht,Unendlich war' des Lebens Kerkerpein.

310 Doch Klagen voller Undank lohnen endlosDein treues Wirken, selbst der Arme schilt,Wenn du, ihn zu beseligen, dich nahst!"So drang vom Himmel mir der Stimme TonIns Ohr und brachte Tröstung meinem Leid.

315 Den Blick erhob ich, hörte Musen singen

Und sah die neun erhabnen Schwestern; deutlichErkannt ich jede und verstand ihr Wort.Erato war's, die sprach. Der Jungfrau wandteIch voller Scheu mich zu.Gestatte gütigst

320 Dein mahnend Wort in Blätter einzutragen;Du selber sprich es vor." So bat ich sie.Und sie darauf:Mein Mühen ist umsonst,Wenn nicht Kalliope ihr Lied erhebtUnd mit Gesang, was ich erschuf, verschönt,

325 Wie's ihre Art." Mit sanftem Lächeln nahmSie dann der Schwester Hand, und beide sangenIn holder Eintracht fort, wie sie begonnen.Doch da die Feder langsam folgte, fügten