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Franz Petrarcas poetische Briefe
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So sprach ich klagend; unablässig stöhntenAus tiefster Brust die Seufzer, meine Tränen40 Benetzten Brust und Wange, da erklangVon heitrem Himmel einer Stimme Laut.Woher sie kam? Ein Rätsel war's. Doch hört,Was ich vernahm:Warum vergeblich scheltenAuf Götterallmacht und des Himmels Ratschluls?45 So jung wie alt streckt ohne Wahl die SenseDes Todes nieder; unverändert stehtDie gleiche Ordnung für die Menschheit fest.Bekämpfen willst du, Tor, was ewig gilt?Die Parzen spinnen, keinem Zwang gehorchend,50 In freier Willkür euren Lebensfaden.

Sie dehnen ihn, zerreilsen ihn und kennen

Nicht Rast noch Ruh, hast du das nie vernommen?

Ein Krieger, der die Ehre liebt, er wirftDen treuen Schild in Kampfesnot nicht fort;55 Ein Schiffer packt das Steuer fester nur,Wenn ihn die umheult, und unverzagtSieht er die Ruder treiben auf der Flut.Ihn kann die See ersticken, nicht erschrecken.Doch andre machen schmachvoll Kehrt, sobald60 Der Feind in Sicht; sie zittern vor der Brise,Die leise nur von Süden säuselt, bangenVor'm ersten Windstols, der durchs Tauwerk pfeift.Sie enden drum, wie sich's gebührt; der FeigeVergeht mit Schmach bedeckt; den Wackern ziert65 Ein Heldentod.

Und du? Ein leichter PfeilDes Unglücks streift dich flüchtig, und du bebst?Wenn auf der See des Lebens sich die WogenEin wenig kräuseln, gibst das Schiff du preis?Und Seufzer dienen kläglich dir als Waffen?70 Hat dir so viel zu lesen und zu forschen

Nicht mehr genützt? Der Steuermann bewährtSieh nie bei Meeresstille, nie der FeldherrIn träger Friedensruhe. Was sie können,Das bringt die Fährnis an den Tag.