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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Ist's eine Lust mir, an der Reise Fährnis, 1 )5 An ihre Leiden still mich zu erinnern.

Denn einen Freund wie dich, den sucht man gern

In allen Ländern, allen Meeren auf,

Und scheut für solchen Preis die Mühsal nicht!

Die wilde Gier treibt zu des Auslands Fernen10 Uns Menschen hin, wir fürchten nicht die Klippen

Der wilden See, nicht ihre Ungeheuer,

Wenn uns das Gold im Schacht der Fremde lockt.

Für solchen Tand ist uns das Leben feil.

Uns reizt der Steine Glanz im Schofs der Erde,15 Ja, selbst das Pfefferkorn am dunkeln Zweig.

Nur Freundesliebe dünkt uns schlechte Ware.

Mit Unrecht! Für kein Gold der ganzen Welt,

Für keinen Preis ist Freundestreue feil.

Dein Ruf, mir längst bekannt, dein mannhaft Wesen,20 Und mehr als das, des Himmels Wille, zog

Mich zu dir hin. Der Hoffnung solchen Glücks

War' ich gefolgt bis zu der Welten Ende.

So weite Fahrt erspart mir das Geschick,

sie fand, ihn erschütterte. Bekanntlich dienten die Paläste und TempelRoms im Mittelalter den Bedürfnissen des Augenblicks; bald wurden sieals Festungen in den Strafsenkämpfen benutzt, bald wurden ihre Eisenteilezu beliebigen praktisch (in Zwecken verwendet, bald dienten ihre wertvollenSäulen und Steine zum Aufbau von Kirchen und Privathäusern, baldwurden ihre Marmorteile zu Kalk verbrannt. So hausten die Körner inRom schlimmer als ihre Feinde. Annibaldi hatte dem Dichter anscheinendgelobt, dieser Verwüstung eiii Ende zu machen, und wird nun an die Er-füllung seines Versprechens erinnert; vgl. Rossetti vol. II, sez. XIV, 2,annot. 2. Gregorovius, Geschichte der Stadt Rom VI', 691 if. Damalstrieb Rom oinen Handel mit Statuen nach Neapel hin, vgl. Körting, Pe-trarca p. 115 und Rossetti 1.1.

') Auf seiner ersten Reise nach Rom scheint P. die Seefahrt vonMarseille aus nach Civita vecchia gewählt zu haben wegen der Unsicherheitder Landwege. Er blieb zunächst in Capranica beim Grafen Orso dol-1'Anguillara, wo er von den friedlosen Zuständen des Landes eine nurallzu deutliche Vorstellung bekam. Die Reise nach Rom trat er endlichin Begleitung des Bischofs Giacomo Colonna an, mit einer Bedeckung von200 Reitern, welche die Reisenden gegen Angriffe der feindlichen Orsinischützen sollten. Körting, Petrarca p. 115.