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Franz Petrarcas poetische Briefe
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25 Dir beide Seiten, deinen stolzen Sitz

Umrauscht des Doppelmeeres wilde Brandung!Aus Quellen sprudelt wunderbare Heilung;Die Sonne lacht selbst im verborgnen Tal:Im Sommer spenden eis'ge Gletscher Kühlung,

30 In Winters Mitten leuchtet dir der LenzUnd Himmelsblau an mildem Lustgestade,Wo duft'ge Winde das Gewölk verjagen!Mit hohen Zinnen pranget Stadt und BurgZum Schreck des Feindes; mächtig stehst du da

35 Durch Klugheit und des Volkes trotz'ge Kraft!

Dals dir zu Land und See die Macht gegeben,Die Lage kündet's an. Als ob die WeltDu mit dem Hacken stiefsest, hast OtrantoDem Sporne gleich du vorgestreckt; du wirfst

40 Dem Meer des Nordens Brindisi entgegenAls Beinesmuskel; doch nach Osten hinDeckt Croton dein Gelenk; es stellt Tarent,Die Griechenstadt, des Fufses Sohle dar,Die Zehe Reggio, wo der West sich bricht,

45 Neapolis der Wade Mitte, Pisa,An Arnos hohem Ufer, GenuaDen Oberschenkel, deinen Rücken bildetVenedig und Ravennas alte BurgUnd Rimini, des Reiches Grenze einst,

50 Ancona auch, das auf der Adria

Gewalt'ges Tosen stolz herniederblickt!

Was soll ich, Mailand, das als Rückenmark

Die Riesenkräfte gibt, was Padua,

Das mächt'ge nennen? Wozu dich, Verona,

55 Das starke, wozu dich, der WissenschaftGetreue Pflegerin, Bologna, dich,Florenz, das mir das Leben gab, vor altersDie Blumenstadt genannt, doch nun verwelkt,Zerrissen von des tollen Pöbels Hand,

60 Von Kämpfen todesmatt! Wozu den StrandDer beiden Meere und am BergeshangDie beiden Gau'n besingen? Nimmer fände