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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Vom Drachen schlecht bewacht; der König würdeNach dieser Frucht verlangen und kein Gold

10 Dem anerschaff'nen Wohlgeschmacke vorziehn.Gesegnet bist du mehr als alle Länder,Mein Latium, mein teurer Heimatstrand!Mit Gold hat Ceres und mit Grün Minerva,Mit Purpur Bacchus dich geschmückt; du schenkst

15 Den Ziegen Laub, den Bienen Honigblüten;Bings grasen Herden fröhlich auf den Wiesen,Die köstlich du mit klarem Wasser tränkst.Wie deine Gärten duften, deine SchachteVon Golde funkeln, deine Wälder Schatten

20 Mit alter Bäume dunkelm Laube spenden!

Geflügel sehwärmt und Wild, des Jägers Freude,Des Vogelstellers Lust; von Fischen wimmelt'sIn deiner Seen Tiefe; rasche StrömeDurcheilen deine Flur; es decken Häfen

In ganz anderem Lichte aber erscheint die Sache, wenn man erwägt,dafs P. überhaupt geographische Studien liebte (Voigt I 3 , 155), und garwenn man vernimmt, dafs von ihm überliefert wird, er habe selbst eineKarte Italiens gezeichnet (vgl. Voigt ebenda). Zwar wird dies von anderenbestritten; aber merkwürdig palst doch zu dieser Nachricht, dafs vor-liegender Brief aus Parma stammt (1347), und dafs in Parma die BrüderPizzigani lebten, die damals eine Weltkarte herausgaben. Wie, wennP. mit ihnen in Berührung gekommen wäre, von ihnen gelernt hätte?Dann hätten wir ja dasmilieu", aus dem das Bild Italiens als einesPulses hervorging! (vgl. Stavenhagen, a.a.O.).

Wie dem auch sein mag, gewifs sagte P. mit der Durchführungdes Bildes vielen seiner Landsleute etwas Neues und benutztemit Glück eine an sich nicht besonders geistreiche Idee, umseine Mitbürger zur Vaterlandsliebe, zu stolzem Selbstgefühl,zu kraftvollem Widerstand gegen das Ausland anzufeuern. Krdurfte hoffen, wenn er so dichtete, sich auch das Wohlgefallen des FürstenLuchino Visconti zu erwerben, der von 1339134!» über Mailand herrschteund 1347 auch Herr von Parma wurde. (Eossetti, vol. II, sez. XI, argo-mento dell' epistola V.) Vielleicht wurde dem neuen Herrn bei einemBesuche in Parma dieses Lied von Italiens Herrlichkeit mit einem Körbchenherrlicher italischer Birnen überreicht.

So wurde eine italische Birne Veranlassung zu einem würdigen Lob-liede Italiens, durch das P. ungewollt uns in Krinnerung bringt, dafs ingeographischer Forschung sein Vaterland damals den ersten Platz einnahm.