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Mag andern solcher Lohn genügen, mir
Setz' ich als Ziel den nimmer welken Kranz
Des Ruhmes und der Ehren. Weils doch jeder,
395 Was unterm Zottelfell des stöls'gen Bockes
Sich birgt! Kothurne sind's und Tänzerschuhe! 1 )Vermeinst du wirklich, was die Musen schenken,Erkannt zu haben? Armer Tor, du irrst!Denn unsre Zeit, da schon die Dichterglut
400 Sich ausgetobt hat und erkaltet ist,
Hat gern der alten Zeiten schlichten BrauchBeiseit' gestellt und sucht sieh andern Lohn.
Du fragst mich ferner, welchen Namen ichZum Leitstern mir gewählt. — So steh' ich denn
405 Schon vor Gericht? Man wendet gegen michGesetze an? Verfalst ein Protokoll? 2 )Doch wer ich bin, und welchen Weg ich wandle,Davon erzählt mein Lied, ob ich auch schweige.Willst du noch mehr? Der lange Brief begehrt
410 Den Schlufs. Er soll ihm werden. Findest du,Dafs er zu laut in andre Ohren klang,So wird mir wohl Verzeihung, glit'ge NachsichtErhalt' ich leicht von Hörern oder Lesern!Denn nicht mit hohen Worten wollt' ich Ruhm
415 Erstreben; deine Frechheit rils mich fort!
Auch fühl' ich mich zum Rächer nicht berufen
Des ganzen Helikon, — denn wie bedarf,
Wer so gewalt'ge Kämpfer um sich schart,
Wohl meiner Hilfe! — Ist doch auch das Schwert, 3 )
420 Das du zum Kampfe schwingst, von Blei, es wird
*) P. scheint sagen zu wollen: selbst in der Zeit, als der Dichter umdiesen Preis sich bemühte, war er nur ein Symbol für höchste Anerkennungder Leistungen in tragischer und komischer Dramatik. Heute winken demDichter reellere Belohnungen.
2 ) Nach Cicero, Tuscul. V, 11, 38, wo der Lehrer zum Schüler halbim Scherz sagt: Du hältst mir ja förmlich ein Protokoll vor.
3 ) Wohl in Anlehnung an Cicero, ad Atticum 1, 16, der eine Aufserungdes Hortensius wiedergibt: Clodius könne selbst durch ein bleiernesSchwert getütet werden, d. h. er müsse iu jedem Falle unterliegen. BleierneSchwerter waren Theaterrequisiten. Petron. sat. ed. BUcheler p. 65,