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Gibt's Orte, Häfen, Küsten beider Meere,Gibt's Strudel, Flotten, Schlachten, SeelentriebeVon Mensch und Tier, die er nicht klar erkennt,Obwohl des Augenlichts beraubt? Er malte
365 Der Völker und der Fürsten Geist und Art, —Vom Pöbel schied er wohl den Laertiaden,Und liels mit wohlbedachter Kunst ihn wandern,Zu Skyllas Hunden, zu Charybdis' Strudel,Zu Polyphern, zum Sänge der Sirenen,
370 Zum Zaubertrank der liebestollen Circe,
Damit der Held uns dies verachten lehrte!Genug der Worte! Was der Meister Plato,Was Sokrates, was jene Schar uns lehrte,Die einst den stolzen Namen „Weise" führte,
375 Es ist nichts andres, als was heute nochWir Sänger euch zu künden pflegen!
Gut,Hör' ich dich sagen; doch warum soll ichDen steilen Bergpfad gehn, da so bequemEin eb'ner Weg zum gleichen Ziele führt? —
380 Was Mühe dir erscheint, verlacht der Dichter;Ihm ist's Genuls! Ein kurz gefafster SpruchStärkt sein Gedächtnis; mit Behagen lälst
Er fort und fort der Weise Wohllaut tönen.-------
So sei fortan Verzeihung dir gewils,
385 Wenn du uns kindisch nennst, schmähsttcht'ger Alter;Doch treibt es dich, den gottverlieh'nen GeistHerabzuziehn, dann bleibe sorglich fernDem Pfad der Sänger, — diese Leute kommenGar leicht in Wut! — Was du noch weiter schreibst,390 Erwähn' ich nur mit Abscheu. Du behauptest,Es sei ein ekler Geilsbock unser Lohn. 1 )
') Vgl. Horaz, ad Pisones. 220, wo der Dichter der Tragödie spott-weise bezeichnet wird als ein Mann, der um einen geringwertigen Gcifsbockden Wettkampf aufführt, — eine Anspielung auf die Überlieferung vonder Entstehung des Dramas aus dem Feste des Dionys in Athen, bei demangeblich ein solcher Preis verliehen wurde. Im Munde des Gegners desP- ist es eine plumpe und geschmacklose Verhöhnung der Poesie.