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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Nur wenn sie hoch sich aufschwingt, kann die

[Seele,

260 Der Sterblichkeit entrückt, Erhabnes singen.Tief unter ihrem Fulse, wesenlosMuls das Gemeine liegen! Darum sprachDer Mann, den seine Zeit den Weisen hiefs,Der Piatos tiefes Denken übertraf,

265 Das ernste Wort: Es lebt kein grofser Geist,

Dem nicht ein Körnchen Wahnsinn sich verbände. 1 )Von allen Geistern sprach er dieses Wort!Warum verunglimpft man allein die Sänger?Allein du rasest weiter! Du vertreibst

270 Uns aus der Städte Mitte! Nur gemach,Wir alle ziehn sofort mit Freuden ab.Wir lieben Waldesstille, widerwärtigIst uns der Pöbelschwavm, und voll EntzückenDurchwandern wir die wonnevolle Flur.

275 Das wulste wohl der Weise, der zuerst 2)Der Staaten Wohl zu ordnen unternahm,Dals wir des Volkes Bräuchen, dals das VolkDen unsern feindlich sein und bleiben wird.Drum liels dem Volke er den Stralsenlärm;

280 Die reiche Flur, den stillen Waldesfrieden,Die Einsamkeit, das ungestörte Träumen,

i) P. meint offenbar den Ausspruch des Aristoteles, den er ausSeneca, de tranquillitate animi 17, 10 kannte: Es gab nie einen grofeenGeist ohne eine Beimischung von Wahnwitz, ^u kommt der Ausspruchdes Aristoteles bei Cicero, Tuscul. 1, 38, 80: alle geistreicheMänner soenMelancholiker. Auch v. 258 ff. finden ihr Vorbild in Seneca, de tranq. animiam Schlufs. ,

») Gemeint ist Plato, der bekanntlich in seinem Idea StaatedenDichtern keinen Platz anwies und die Kunst überhaupt numsowe.t ulassen wollte, als sie Nachahmung des Guten wäre. Dafs di Gegner derDichtkunst aus diesen platonischen Lehren eine Waffe zum An griffe gegendie Dichter entnahmen, zeigt besonders Petrarca EplSt "'^m VorwandAdressat unseres Briefes hatte offenbar gegen P a » s f"^Angriffe gerichtet; P. widerlegte diese geschickt, indem edemW ohlsollen und der gerechten Einsicht Piatos eine Anordnung zusehneb, d.edoch eigentlich einen andern Grund gehabt hatte.