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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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5 Es schweifte ruhelos, der Sorgen Beute,Mein Geist; es flog die Hand, von Schmerz geplagt,Bald hierhin, dorthin; keine lluhe brachteDas goldne Tageslicht, der tiefe FriedenDer stillen Nacht ward peinvoll mir gestört,

10 Von Schmerz erfüllt war selbst des Traumes Dunkel,Und träge lag die Feder, staubbedeckt,Mifsachtet das Papier, die Hand war krank. 1 )

Mein Bett umgaben alte, seltne Bücher;Des Leidens Qualen sollten sie mir lindern.

15 Ein "Werk des Cicero vom höchsten Gut,Hatt' ich, gelockt von dieses Titels Prunk,Zur Hand genommen, doch in tiefe NachtFand ich den Sinn gehüllt, und hätte nichtZuweilen seines hohen Geistes Licht

20 Hindurch geleuchtet, schwur' ich wohl, es seiIn jener Zeit mein Vaterland von IrrtumUnd von Verwirrung ganz erfüllt gewesen.(Doch später davon mehr, zur Sache nun).

Vertieft ins Lesen, trachtend zu erforschen,

25 Was in dem Wust der Widersprüche Wahres,' Safs ich aufs Buch gebeugt und schweigend da,Mich selbst vergessend und was sonst mich drückte.Da horch! mit hellem Klange nahte wiederDer Musen leichtbeschwingter Chor, ich sah

30 Den Götterreigen wieder, und mein HerzErbebt' in Wonne. Plötzlich glitt gefälligIn meinen Schofs dein inhaltreicher Brief.Kein Irrtum, sprach ich, der bringt wicht'ge Kunde!Des Musenchores unverhoffte Heimkehr,

sich nicht näher getreten zu sein, wenigstens sind keine anderen Briefezwischen ihnen, wie es scheint, gewechselt worden. Der vorliegende istein interessantes Zeugnis des geistigen Verkehrs unter den Anhängern desHumanismus.

1 ) P. litt an der Krätze, einer damals verbreiteten Krankheit, als ers 'ch in Bologna befand. Nach einem bei Rossotti, vol. II, sez. IX, annot. 2mitgeteilten Spottgedicht warf man den Bolognesern vor, dal's dieseKrankheit bei ihnen heimisch sei.