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Beiden versperrte der grimmige Tod den erlösenden Ausweg;
Beide zu sklavischem Dienst sind sie aufs neue verdammt.
Liebliche Bede, erleuchteter Sinn, sie zierten nicht minder
Ihn, den Taten des Muts höher als alle gestellt.
15 Heut verstummte des göttlichen Worts lautredender Lehrer;
Und wo fände Natur einen, der so sie verstand?
Der gleich ihm die Kräuter erforscht' und die Bahnen der
Sterne?Sämtliche Künste vereint weinen, dafs er sie verliels,Alle die sieben, — es weinen die neun kastalischen
[Jungfraun. 1 )
20 War er in Wort und in Tat doch wie ein Engel so sanft!
Sanftmut hatte sein Herz zum Tempel sich selber erkoren, —
Nun, da jener verschied, schied von der Erde sie ab.
Hier liegt jegliche Tugend mit ihm im Grabe bestattet;
Angenehm war er vor Gott wie in den Augen der Welt.
25 Ihn, den erhabenen Fürsten, der über die Menschen emporstieg,
Bin ich zu loben zu schwach, Tränen ersticken mein Lied.
Doch durch Länder und Zeiten erhebt ihn die Göttin des
Ihr nie endendes Lied preiset in Ewigkeit ihn. [Buhmes,
10. Geistige Freundschaft.
(An Gabriele Zamoreo ans Parma.) 2 )
Ich war allein, fern war der Chor der Musen,Der stillgeliebten, — garst'ges Leiden hatteSie von der Schwelle fortgescheucht; sie weiltenAm Heimatsquell, am Joch des Helikon.
') Zur Verbindung der sieben freien Künste mit den neun MusenVgl. Ep. II, 3, v. 123 ff.
2 ) Gabriele Zamoreo, Rechtsgelehrter in Parma, auch als Dichter be-kannt, richtete am 30. April 1344 einen poetischen Brief an P., der sichdamals in Bologna befand, überschüttete ihn mit dem überschwenglichstenLobe und bat in demütiger Weise um seine Freundschaft. (Mitgeteilt beiRossetti II, 400). P. antwortete hierauf schon am 10. Mai in stolz be-scheidener Weise, das Lob wenigstens zum Teil zurückweisend, dieFreundschaft mit Vorbehalt annehmend. Doch scheinen beide Männer