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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Verdienst und Ehre des entschlafnen Herrn

Verlockten mich, sein ragend Monument

Zu zieren durch ein Lied. Allein mein Geist

15 Liefs mich im Stich. Ein grofses Werk, zu preisenGebührend diesen Herrn, den Herrn Siziliens!Es schlofs den Mund mir Ehrfurcht, liels mich zaudern,Doch Liebe gab mir Kraft! Genug. Ich tat's!Das grolse Werk, ich griff es an! Allein

20 Wie ich mit schwachem Menschenwort den Ruhm,Den göttlichen, in Verse fassen will,Versagt die Kraft mir in der Dichtung Mitte.Verzeih, wenn kurz sie ist! Doch findest du,Es sei dem Grabe lästig eine Inschrift

25 Von vielen Worten, nun, so nimm hinweg,

Was dir zu viel scheint; ich erlaub' es gern!Nach deinem Urteil hat der Grabschrift MalsSich einzurichten. Doch die kleinen Verse,Die ich mit Tränen schuf, sieh freundlich an,

30 Wie sie auch sind, wenn er dir teuer war,Den eben uns der finstre Tod entrils!

II.Hier hält Ruhe der heilige Leib des erhabenen Robert,

Doch zum Himmel hinauf stieg der unsterbliche Geist.Heut erblafste der Könige Zierde, die Wonne der Völker,Welkte der Ritterlichkeit edelste Blüte dahin.5 Held von markiger Art, im Krieg ein Meister, besafs erDoch das friedlichste Herz. Niederzuwerfen das JochWäre, Jerusalem, dir mit ihm als Führer gelungen;

Wenn er die Waffen erhob, hättest auch du sie verjagt,Immer geknechtetes Land, Trinakria, deine Bedrücker10 Beide beweinen mit Recht ihn, der sie beide beherrscht.')

i) König Robert von Neapel, Herzog von Calabricn, Graf von Pro-vence tthrifauchden Titel Kftrig von Jerusalem und I JJ*^Aber er hat nie versucht, Jerusalem wieder zu erobern üb dseine Versuchjsich ganz Sizilien anzueignen, waren nicht glucklich. Vgl. Ep. 1, 4, v. 137 fl.