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20 So folg' ich denn; doch träge schleicht die Zeit
Und mülsig Tage, Nächte hin; es schweigtDer frohe Liederklang; vergebens ruftMein Saitenspiel zum Reigentanz die Musen.Mich treibt's hinaus, von diesen Mauern fort,
25 Vom Schlosse fort, darin mein Herr erblich!Nach dir verlangt mich, der so milde stetsMein Herz besänftigt und mein Ohr bezaubert.Den Musen dien' ich; hohen DichtergeistHat Götterhuld auch dir verliehn. Auch dich
30 Preist einst die Welt als Dichter, denn ich weifs:Der Mühen letzte, schwerste, scheust du nicht! 1 ) —Gib kurze East der fleils'gen Feder, komm!Kein Straucheln droht auf wohlbekanntem Pfad!Du sollst von ferne nur das Weingelände,
35 Von ferne nur das Doppelhaupt begrülsen,Das ragend der Vesuv erhebt, das einstAus Wolken Flammen spie, dem Aetna gleich,Und Plinius' Haupt in düstrer Asche barg. 2 )Auch Capri bleibe fern; der Südwind staut
40 Die Strömung dort und hemmt die Landung dir. 3 )Der Fürstin Wunsch, die Heimkehr, näher schonBestimmt, erlaubt mir weitre Fahrten nicht. 4 )
*) Barbato da Sulmona war nicht nur ein bedeutender Humanist,sondern wurde auch für einen grofsen Dichter gehalten; er schien mit Er-folg dem Ovid, der ebenfalls aus Sulmo stammte, nachzueifern.
2 ) Als am 24. August 79 n. Chr. Ilerculauum und Pompeji durch denersten Ausbruch des Vesuv verschüttet wurden, kam auch der ältere Plinius,damals Kommandant der römischen Flotte zu Misenum, in Stabiä um.
8 ) Wörtlich: der Südwind, die Strömungen vermischend, beraubt dichdes Zugangs. P. scheint zu meinen, dafs der Südwind, der natürlichenMeeresströmung entgegenwehend, die Landung erschwere. Von der starkenStrömung, die bei völliger Windstille sein Schiff fast zum Scheitern brachte,erzählt Goethe in dem bekannten Erlebnis auf seiner italienischen HeiseBd. 23, p. 400 ff.
*) P. wollte eigentlich den Mons Garganus und Brindisi besuchen,doeli die Witwe Koborts, Sancia, widerriet dies wegen der herrschendenUnsicherheit. So begnügte er sich mit einem Ausflug nach Bajä undUmgegend in Gesellschaft seiner Freunde.