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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Er feurig schwang, ein Jüngling trotz, des Alters!Auch wie er friedlich durch die Stralsen zog,

20 Auf weifsem Rofs, indes der Edeln ScharIhn dicht umdrängte, zu des Volkes Jubel.

Das ist vorbei! Wohin ich mich auch wende,Mir graut vor jedem Orte. Kaum bezwang,Als ich der Witwe hehres Antlitz sah,

25 Ich weislich meine Klage. Welches GutIst ihr genommen, welcher Glanz entrissen!Wie schwer bedrückt sie diese TrübsalsnachtDie bittre Klage tönt durch alle Säle,Wenn sie ihn einsam ruft, der ihr geraubt.

30 Das ist ihr Trost. Denn dals der TiefgebeugtenZur Seite knieend, 1 ) ich nach frommem BrauchIhr Trostesworte spende, gibt ihr nichtAuf ihre Klagen Antwort. Und doch istDer Stoff zur Klage endlos, ohne Schranken.

35 Mit Tränen netz' ich jeden Stein, und währtNoch lange mein Verweilen, schwind' ich hin,Wie Byblis einst durch ihre sünd'ge Liebe 2 )Durch echte Lieb' in Tränen aufgelöst.0, habe Mitleid, komm, entführe mich!

40 Erlöse mich aus dieser Trauerstätte!

J ) P. war Hofkaplan der jungen Königin Giovanna geworden; indieser Stellung war er natürlich käufig in der Gesellschaft der Damen desHofes und bemühte sich, auch die Klagen der verwitweten Königin zustillen, aber vergeblich.

' J ) Byblis entbrannte in sündiger Liebe zu ihrem Bruder Gannns undfolgte demselben, als er vor ihr entfloh, durch die Länder, bis sie erschöpftunter Tränen zusammenbrach und in einen Bach verwandelt wurde. Ovid,Met. 9, 450.