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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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An jenes Zwiegespräch, enthalten in

Euripides' AlkestisP) Doch genug.

Ich sah

Erstaunten Blicks dein schnell entstandnes Lied.

Bei Gott, der kommandiert die Poesiel55 Sprach ich bei mir; den ganzen Helikon

Läfst er vergnügt nach seiner Pfeife tanzen!

Die Mafse zählt ich dann; doch macht' ich Halt,

Zwei-, drei- und viermal, war bereits erschöpft

Auf halbem Wege. Wie ich dann genau60 Jedwedes prüfe und dem Freundeskreise

Dem Brauch gemäfs es zeige, nimmt sie alle

Dies Eine Wunder, dafs so viele Mafse

Auf so verschiednem Fufs, von soviel Silben

Sich doch vereinen und za gleicher Zeit65 Zu meinem Hause eilen. Dieses stützt

Mit dreien Füfsen sich, mit vieren jenes,

Das schwingt sich auf mit zehn; auf einem humpelt

Das andre, und doch schreiten sie vereint;

Es harrt des lahmen das behende Mafs,70 Das schwere eilt dem flücht'gen nachzukommen.

0, hätte Maro doch so reiche Fülle

Der Redekunst besessen, nie fürwahr

Hätt' er so zäh sein unvollendet Werk

Bis in des Lebens letzte Zeit gefeilt!75 Was nun? Soll ich mich freuen? Soll ich klagen?

Dich schuf Natur zum Dichter; doch es schädigt

Der Rechte Kenntnis dein Bemüh'n! Sie lenkt

Den Geist des Dichters ab. Allein dein Geist,

Ergiebig, wie er ist, kann reichlich glänzen,80 Liegt nur ein Teil von ihm der Dichtung ob.

So greife frisch zur Feder, waffne kühn

Die starke Hand; als Sieger hinter dir

Läfst du die Ilias und ihren Ruhm

') Adinet, König von Thracien, der dem Tode verfallen ist, bittetseinen alten Vater vergebens, an seiner Stelle zu sterben. Umsonst hältAdmet ihm das Kühmliche eines solchen Endes vor, der Alte erwidert:Nach bösem Rufe frag' ich nichts, bin ich erst tot.