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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Auf wenig kleine Verse. So verstreichtEin ganzer Tag. Doch freilich mich bewegtDes Nachruhms Ehre und der Enkel Urteil.Vor ihrem Schmähwort beb' ich; wage nicht,

20 Den Speeren vieler waffenlos zu trotzen.Denn weder Lohn noch Lockung oder Lust,Kein Mittel wird mich schützen, wenn es nichtDie eignen Werke tun, genau geprüftIn ferner Zukunft, wo die Asche einst

25 Im Grab zerfällt, die Zunge längst erstarrt,Den Dienst versagt, des Liedes einz'ge HoffnungAuf dem beruht, was in ihm geistig lebt.Und dicht' ich langsam, zögernd, ist's die SchuldDer Sorge; immer sieht des Dichters Blick

30 Die fernsten Zeiten, was er auch besinge.

Doch dir genügt, des Lesers Blick zu blenden.Für Ruhm hast du auf anderm Pfad gesorgt. 1 )Wohl dir, dals du ihm mutig eifrig folgtest!Ich end' in Finsternis, wenn nicht mein Lied

35 Von eignem Lichte strahlt; daher mein Bangen,Daher mein Eifer! Mag ich's zehnmal lesen,Doch halt' ich's zögernd fest, lafs es nicht fort,Noch immer nicht. Der Bote mag voll Eile' 2 )An meiner Türe stürmisch klopfen; lieber

40 Entlafs' ich ihn mit leeren Händen, eh'

Er, was mich schändet, in der Welt verbreite!

Nur heut vergels' ich diesen Brauch. Ich weifs,Du siehst es gern. Ein Weilchen schreib' ich hastig,Dir scheint's vielleicht noch allzu langsam, das

45 Ist freilich unsrer Freundschaft einz'ger Milston.Doch deiner Lieder sind so viel, sie spottenDer meinen, furcht' ich, die so wen'ge sind.Was du an einem Tage schaffst, das siehtVoll Spott auf meine Jahresmüh'. Halt ein!

50 Ich bitte, mit Verlaub! Gedenke gütigst

') Nämlich durch seine der Kirche geleisteten Dienste; zugleich eindeutlicher Wink, sich mit dem so erworbenen Ruhme zu begnügen.2 ) Der Brief böte ist gemeint, nicht etwa der Bote des Setzers!