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Die Völker, Herrn und Fürsten; Glück und UnglückUnd Tod und Leben ruht' in seiner Hand.
150 Doch war des Herrschers Herrscherin die Muse.Er zwang die Hand, im Takt sich zu bewegen,Die eisern sonst den Schwertgriff hielt; er merkteSich peinlich an, wo für die kurze Silbe,Wo für die lange sei der rechte Platz.
155 Noch lebt ein Lied des kaiserlichen Dichters,Das jetzt und ewig seinen Ruhm bezeugt. —
4. Absage. 1 )
(An denselben.)Zu Boden drückt mich deiner Schriften Masse,Die Riesenlast zermalmt die schwachen Schultern.Such' anderwärts dir ebenbürt'ge Geister!Mir gab der Himmel schwächern Geist; mir löst5 Sich langsam nur der Zunge Band zum Lied.
Dir hat Gott mehr geschenkt! Dein Geist beherrschtDen Himmel, deine Zung' ist eisern, raschVollführt dein Kiel von Stahl jedweden Angriff.Die Gottheit schüttet dir aus vollem Hörne
10 Viel Lieder in den Schols; dreihundert VerseUnd zehnmal sieben schenkt dir eine Stunde, 2 ) —Wie viele würd' ein einz'ger langer Tag,Ein Monat, ja ein ganzes Jahr dir schenken?Wer mag's berechnen? Ich verwende oft
15 Den längsten Sommertag, bis spät es dunkelt,
] ) Von neuem hatte Kardinal d' Albi ein mifsratencs Gedicht anP. gesendet. Der Dichter geht auf das Thema desselben gar nicht ein,sondern bewundert mit offnem Hohne die Fertigkeit im Schreiben vonVersen, durch die der Kardinal sich auszeichne, und stellt seine eigne,mühevoll und langsam sich vollziehende Dichtung dem gegenüber. Nochdeutlicher als im vorigen Brief weist er ihn auf die groben prosodischenFehler seiner Verse hin und erklärt zuletzt rund heraus, von solchenDichtungen keine Notiz mehr nehmen zu wollen.
■) So sagt Iloraz, Sat. I, 4, 9, dafs ein schlechter Dichter oft über200 Verse in einer Stunde diktiert habe, auf einem Beine stehend.