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0 slifse Müh! 0 edles Streben! LobUnd Glückwunsch dir! Was gäbe schönres Labsal,5 Was gröfsre Kuh im unruhvollen Dasein?Ich bin nicht blind aus Liebe; nein, ich weifs,Wie oft ich Frieden fand in heil'ger Grotte,Wie oft am Helikon ein Hafen sichMir gastlich auftat, der nach Lebensstürmen
10 Den arg Herumgeworfnen still verbarg.
Doch nimmer prahlt' ich, dafs als stolzer DichterIm keuschen Keihn der Musen ich den FufsVoll Anmut regte; nur der Liebe Allmacht,Sie rifs mich fort, das holde Reich zu schaun!
15 Doch wie gewaltig auf Parnassos' Höh'n
Kannst schreiten du, bleibst du dem Plane treu!Schon seh' im edlen Eifer ich die MusenDir Lorbeerkränze flechten, schon verziertDen roten Scheitel dir der grüne Kranz,*)
20 Der vielbesungne, und es schmückt zugleichDich Rom mit Purpur und mit Lorbeer Hellas!Dich grülst des Haines Widerhall, das RauschenDer Welle grülst in Cirrhas Quelle dich,Zu Ehren dir greift Phöbus in die Saiten,
25 Mit Hand und Fuls geschäftig tritt er Takt,Und rührt mit Kraft das goldne Saitenspiel!
Beginne unverzagt den Wettgesang!Sei du ihr Spielgenofs! Es wird sie freu'u!Wenn dummes Volk in pöbelhafter Rede
Kardinal ein Exemplar des Servius, des bekannten Kommentators Virgils,damit er ihm ein Führer sei in der Dichtkunst, - wohl zugleich in derHoffnung, dafs der Kommentar ihm die Schwierigkeiten seines Vorhabensklar machen und von demselben abbringen werde. Körting p. 204. Kossetti,vol. 11, sezioncXIII, argomento 1.
') Hier und Vers 21 wird als besonders rühmenswert hervorgehoben,dafs der Angeredete den roten Hut der Kardinäle zugleich mit dem grünenLorbeer der Dichter tragen werde. Dafs Bernhard schon bei Abfassungdieses ersten Briefes Kardinal war, ist aber daraus noch nicht zu folgern.P. meint wohl, er werde sich Kardinalshut und Lorbeer gleichzeitig verdienen.B. wurde 1336 Bischof von Lombes, 1338 Kardinal, durch Benedikt XII.,vgl. darüber Rossetti a. a. 0.