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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
Seite
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80 Der höchste Herrscher nahm von eigner SchulterDies Prachtgewand und lud's der meinen auf,Damit ich sein gedächt' und seiner Liehe.Das war's allein, was meinem Herzen Mut,Was meinen Lippen holde Worte lieh.

85 Denn er, des Wortes Meister, stand in HoheitMir gleich wie lebend königlich zur Seite,Er, den zuerst der stolze Purpur schmückte.Begeist'rung, hohes Hoffen, kühnes WagenDank' ich dem starken Helfer!

Als beendigt

90 Die Feier, steigt der Zug ins Tal und folgtMir froh zu Petrus, des Apostels Schwelle. 1 )Dort hängt mein Lorbeer am Altar des Höchsten,Der Erstlingsgaben liebt. Mein Zeuge, Freund,Sei seine Allmacht, in der Freuden Fülle

95 Ersehnt' ich dich, und unablässig rief

Mein Herz, mein Auge, mein Gebet dich her.Auf ewig lebt in dankerfüllter SeeleDein teures Bild, dort ist sein sichrer Platz,Dort grub es tief die Macht der Liebe ein,

100 Dort haftet's fest, und nimmer soll es wankeu,Als wär's in Erz von Künstlerhand gefügt.Und nun genug der Worte, allzulangeErtönt mein Sang. Doch wenn den hehren König,Der Herrschersorgen ledig, du erschaust,

105 Dann sei bedacht, mich selbst und meine TreueSanftredend zu empfehlen. Wie's gebührt,So bin ich sein; mich selbst und was mir eignet,Ob Feder, Rede, Hand, Talent, ob andres,Was irgend an mir, ihm gelobt' ich's an!

110 Sein Dienst erhöht den eignen Augen mich,

Ich rühme stolz mich sein! Und kann ich nichtMit greiser Tat die grofse Gunst vergelten,So wächst zu seinem Preise doch mein LiedVon Africa! Nur wer den Ruhm verschmäht,

l ) Gemeint ist die damalige Basiliea di San Pietro in Vatieano,deren Stelle heute die Peterskirche steht.

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