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Den neuen Streich unübertroffner Bosheit
Ersann die Schlimme, dals den Ehrenschmuck
Mir nicht die Hand des edlen Orso böte.')30 Drei Tage noch, und es erlosch des hehren
Senators Amt, — kurzdauernd ist die Würde,
Die vormals endlos war, in heut'ger Zeit.
Da trat der Herr der Feindin Dräun entgegen;
Er war mir Führer, und zu letzter Frist 2 )35 Erreicht' ich froh das Tor des ew'gen Born.
Geleit und Führung hattest du versprochen
In fremder Stadt, — das Schicksal litt es nicht.
Mich packt die Angst; es späht mein schneller Bote
In alle Fernen, bis Neapels Grenzen40 Müht er sich ab, — von dir ist keine Spur,
Und seine Heimkehr endigt all mein Hoffen.
Schon ist's der letzte Tag, am nächsten Morgen
Verläuft des Amtes kurze Jahresfrist,
Und dringend mahnt der hohe Graf zur Eile,45 Dem kühne Tat manch schwere Sorge schuf.
Zum Werke rasch, wie du mich kennst, entschlossen,
Bereit' ich mich, und schnell berufen naht
Die stolze Schar vom Stamm des Romulus.
Von Freudenlauten tönt das Kapitol,50 Als teilten diese altersgrauen Mauern,
Dies heil'ge Dach der Spätgebornen Lust.
Trompetenstöfse klingen; eifrig schart
In dichten Haufen sich das Volk und lärmt,
Des Schaugepränges froh. Doch Tränen auch,
l ) Der hier genannte Orso ist Orso dell'Anguillara, damals „Senator"von Rom, dessen Amt mit dem Ostersonntage endigte, der damals auf den8. April fiel. Auf diesen Umstand spielt dieser und die folgenden Versean, denn der Senator wollte keinem andern die Ehre der Krönung P.sÜberlassen, die nach diesem Tage seinem Nachfolger zugefallen sein würde.Rossetti, sezione V, ann. 6. P. war auf seiner ersten Eeise nach Rom1337 in Capranica Gast des Orso dell'Anguillara gewesen.
3 ) P. kam in Rom am 6. April 1341 an; von drohendem Unglückund dem besonderen Schutze Gottes zu roden hatte er Veranlassung, wenner an das Schicksal dachte, das seinen Begleiter Barrili verhindert hatte,rechtzeitig in Rom einzutreffen.
F. Friedcrsdorff, Petrarcas poetische Briefe. 0