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5 Datin wähnte wohl mein Geist, — der Chor der Musen,
Der hehren, sei vom Helikon gestiegen
Und tanze hier den lieil'gen Reigentanz;
Gewalt'ger schlüge PLöbus nun die »Saiten
Im Schmuck des Lorheers, 1 ) den im Tempetale10 Zuvor er liebte, den ich glühend heute
Nach so viel Zeiten liebe; aus den Wolken
Der Göttervater sähe milden Blicks
Den Kranz aus heil'gem Laube, nimmer schwänge
Sein zornbewehrter Ann den Donnerkeil.15 Ja, dieses Auge hätte solchen Glanz
Noch nie gesehn und sah' ihn niemals wieder!Docli ach! Fortuna hat den sichern Lohn
Mir grausam stets geraubt; sie neidet mir
Den Ruhmeskranz. Nun hat auch dir, mein Freund,20 Um meinetwillen so viel Wegemühu
Ihr Groll bereitet, Schlingen dir gelegt!
Doch klage nicht; ich bin's, dem immer Fallen
Die Arge stellt, mir ziemt allein die Klage.
Wohl kenn' ich ihre Arglist, ihre Tücke,25 Womit der Menschen Tun sie böslich hemmt
Und Wirrsal stiftet, ach, in schnöder Willkür! —
der damaligen Zustünde in Italien, bezw. im Kirchenstaate. Rossotti vol. IT,sezione V, annotazione 7. Körting p. 187.
*) Lorbeer. Daphne, eine von Apollo geliebte Nymphe des TalesTempe in Thessalien, wurde von Zeus in den Lorbeer verwandelt, der vonda an dem Apollo heilig war. Wenn P. sagt, daJ's er den Lorbeer glühendliebe, so meint er damit einerseits den Lorbeer als einen die Dichter aus-zeichnenden Schmuck, und seine vielfachen geheimnisvollen Eigenschaften,(vgl. P.s Kede bei Körting p. 181 ff. und p. 65, Anm. 2) andererseits seineGeliebte Laura, wegen des Gleichklanges ihres Namens mit laurea, derihm hier und oft zu doppelsinnigen Ausdrücken Veranlassung gibt, sodafs schon bei P.s Lebzeiten seine Freunde scherzten, wenn er von Laurasänge, meinte er doch nur laurea = den Lorbeerkranz. Epist. famil.II, 9. „Wie kannst du behaupten, — — dafs in meinem Herzen Lauranichts anderes sei als jener poetische Lorbeer, den ich, wie meine lange,unermüdliche Bemühung bewiese, heifs begehrte; in betreff der lebendenLaura aber — sei alles ersonnen, die Lieder inhaltlos, die Seufzerfingiert?" —