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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
Seite
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Ich alles durch, des nahen Todes Pein

45 Empfind' ich ahnend; um sein Haupt zu bergen,Gewährt nicht Meer noch Erde noch die HöhleIm Felsengrund dem Flüchtling Sicherheit.Ein riesenstarker Sieger ist der Tod,Und gegen ihn kann mich kein Obdach schützen.

50 Dem Schiffer gleich in wilden Sturmes Nöten,

Wenn ihm vor Augen seiner Freunde FahrzeugDie See verschlang, und er den eignen KielIn seinen Fugen krachend bersten sieht,Die Ruder splittern sieht am Klippenrand,

55 Und dann der Meeresgischt das Steuer ihmAus starken Händen weithin schleudert, alsoErbeb' auch ich, voll ungewisser SorgeBei so gewisser Fährnis! Hat verstohlenDie Feuersbrunst des Hauses dürr Gebälk

60 Ergriffen, leckt sie gierig am Getäfel,Dem ölgetränkten, mit gefräfs'ger Flamme,So fährt des Hauses Dienerschar entsetztVom Schlafe auf; jedoch des Hauses HerrVor allen andren eilt zum First des Daches

65 Und überschaut den Brand, mit treuem ArmUmfafst er seinen bangen Sohn und suchtMit dieser teuren Last durch Feuersglut,Durch Tod und Schrecken sich den sichern Ausweg.So glaub' ich oft in scheuer Todesfurcht

70 Mit meinen Armen die verzagte SeeleUmfafst zu halten, einen Weg zu suchen,Um sie zu tragen durch der Gluten MitteUnd mit der Tränen Flut den Brand zu löschen,Der mit Vernichtung droht.

Allein es zieht75 Die Welt mich ab, die Lust gebietet Einhalt,

Und stärker noch schlägt mich der Menschen SitteIn unheilvolle Fesseln. Sieh, dahinBin ich gekommen! Dichtem Nebel gleichUmhüllt mich eisigkalte Todesfurcht.80 Ach, wer vermeint mit unerschrocknem Blick