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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
Seite
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Die einst, als jener lebte, suis erklangVon seinen holden Weisen! Welche EhrungVermag zu dauern übers Grab hinausFür diesen Edeln? Welcher Preis erscheint

85 Dem Beigesetzten wertvoll? Für das Groi'se,Das er uns gab, wer giebt mit gleichem MalsDie Gegengabe ihm? Ich bin zu arm!Ihr Musen, weiht ein Dankeslied dem SängerUnd setzt auf seinen Stein den kurzen Spruch:

90 Ein Mann, der neue Ehre dem Volke Korns gebracht,

Der Freundestreue übte bis zu des Grabes Nacht,Im Umgang sanft und herzlich bei frohem Angesicht,Ein gottergebner Frommer, in Art und Handeln schlicht,Von tiefem Geist und glänzend mit wohlberedtem Mund,

95 Der Sänger Zier, ein Forscher, dem jedes Sternchen kund,Ein Mann, wie alte Zeiten nur selten sie gesehn,Und wie zu unsern Tagen noch seltner sie erstehn,Der unter vielen Tausend nie seinesgleichen traf,Dionysius, der berühmte, schläft hier den ew'gen Schlaf.

i&* Der schwarze Tod. 1 )

(Der Dichter an sich selbst.)

0 bittrer Schmerz! Für welches Leiden spartDes Schicksals Grimm mich auf? Vorüber stürmtIn wilder Hast die Zeit, zu Grunde gehtDie ganze Welt, in Scharen seh' ich rings5 So jung wie alt ins Grab hinuutersinken,Und keine Friedensstätte bleibt auf Erden,Kein ltettungshafen tut sich auf, es zeigtSich nirgends des Entrinnens frohe Hoffnung.

0 Die furchtbare Pest, die 1318 Europa entvölkerte, gibt dem Dichterschmerzliche Betrachtungen ein. Vergebens änderte er seinen Aufenthalt,die Krankheit fand er überall. Seine Mutlosigkeit und Gebrochenheitkommt hier zu ergreifendem Ausdruck, aber auch die Zähigkeit, mit derer an der Welt hängt, besonders an den Ehren uud am Ruhm. Er kanntrotz aller Verzagtheit nicht davon loskommen; er möchte weiter leben, umdas Ruhmesziel zu erreichen.