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Von königlichen Ahnen, den mit Recht
50 In Asien und Europa zweier ReicheErhabne Kronen zieren, fromme TränenDem Manne weih'n, mit dem aus deinem Lehen,Geliebter König, manche Freude schied.Wer wird mit dir die Sterne jetzt befragen?')
55 Geheimer Zukunft Schleier lüften? WerZuvor der Kriege wechselvollen Ausgang,Der Welten Wirrsal und der Fürsten Glück,Das launisch wechselt, dir verkünden? WerMit sanftem Wort dein Ohr erfreuen? Wer
60 Wird jemals deiner milden Rede lauschen,Verständnisvoll wie er? wenn du beredtVerkünden wirst des Himmels ernst Geheimnis,Dreiein'gen Gottes ew'ge Majestät,Der hehren Jungfrau unbefleckt' Empfängnis,
65 Den Willen Gottes, der den Tod bezwang,Die Tür der Hölle sprengte — und die FülleDer Weisheit, die kein Fürst gleich dir besitzt! —Doch mir zumal ist Weinen Pflicht! Es weintMit mir die Muse! 0 erheb' auch du
70 Mit mir zugleich, du Chor der Schwestern, KlageUm unsers Helikons Verlust! Auch ihr,Des heil'gen Haines Lorbeerbäume, weint;Erhabner Phöbus, weine! Du verlorstDen Herold, dessen Wort gewaltig klang.
75 Nun mag der Doppelgipfel des Parnafs, 2 )Das öde Tal von dumpfem Klang ertönen,Und seufzen mag der Quell Castalias!Auch Cirrha möge jammern, denn es schiedVon ihm ein hoher Gast; von Wehgeschrei
80 Ertönen mag der Pieriden Grotte,
') D. besafs aui'ser theologischen und humanistischen Kenntnissenauch solche in der Astrologie. Kr soll z. B. den Tod Castruccios vorhcr-gesagt haben, vgl. die Stellen bei Körting p. 91 und Kossettis argomonto,auch Geiger p. 60, der auch eine Überset/.ungsprobe mitteilt.
8 ) Über diesen bei Erwähnung der Dichtkunst damals unerläfslichonmythologischen Apparat vgl. Ep. m. III, 1, v. 100 ff. u. Anni.