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Gibt's einen Weg dev Bettung, tu ihn kund!
In meiner Not sei mir ein treuer Hort155 Wie allezeit! Läfst sich des Höchsten Zorn
Durch fromme Lieder wenden, schreib ein Lied
Und schick es her! Gewährt es Trost und Nutzen,
Am Meer des Ostens aufgelesne Steine 1 )
Bei sich zu führen, sende sie voll Mitleid160 Als Waffen meiner waffenlosen Hand!
Wenn's eine Pflanze gibt, die helfen kann,
Mag deine teure Hand die Pflanze pflücken.
Kurz, wie du kannst, hilf meiner Todesangst;
Errette mich, bring mich in Sicherheit! —165 Denn sonst ist diese Uiiglücksnacht die letzte
Für mich und für die Welt. Vermagst du aber
Mir keinen neuen Hat zu schenken, lai's
Die alterprobten Waffen uns ergreifen!
Dann sende, bester Vater, mir ein Bündel 2 )170 Vom heil'gen Laub des Phöbus, denn es grünt
Kein holder Lorbeer hier auf den Gefilden;
Zu ferne zieht die Bahn der Sonnengott,
Der meinen Lorbeer liebt, in dessen Schatten
So gern ich ruhen, dessen teure Blätter ,
175 Im Schofs ich sammeln, dessen Stamm ich fassen
Und fest umklammern möchte, wenn vom Himmel
Der Donnergott erzürnte Blitze schleudert.
Des Himmels Wüten halt ich meinen Schild,
Den dunkelgrünen Lorbeerzweig entgegen.
l ) Man schrieb Perlen und Edelsteinen geheimnisvolle Kraft zu; vgl.die aus Perlen und Edelsteinen bereitete Medizin des sterbenden Lorenzodei Medici bei A. von lteumont, Lorenzo d. M. II, p. 558.
a ) Zu den verschiedenen geheimnisvollen Kräften, die man demLorbeer zuschrieb, gehörte auch die, dal's er gegen den Blitzschlag schütze,vgl. Ep. m. IT, l, 12. Attilio Hortls, scritti inediti p. 323 ff., wo P. in seinerauf dem Capitol gehaltenen Rede alle wunderbaren Eigenschaften desLorbeers aufzählt.
F. Friedersdorff, Petrarcas poetische Briefe.