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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Der alle Welt mit Feuersbrunst vernichten,120 Der alles enden wolle; und er nennt

Sich ein betrognes Opfer. Voll Entsetzen

Erheben Mütter rings Geschrei, sie pressen

Die zarten Kleinen sich ans Herz; die Stadt

Hallt wieder von der Armen Jammerlaut.125 Und während hier das Volk mit wildem Ruf

Sein Leid beklagt, singt im gestickten Kleide

Der Priester dort ein angsterfülltes Lied

Und murmelt endlos Bitten, als vermöchte

Er Meer und Wolken also zu gebieten.130 Dann wieder reifst er an des Stranges Knoten,

Und läl'st die Glockenstimme schrill ertönen.

Das Mafs der Angst ist voll! Mein eigen Haus

Erbebt und wankt im Untergrund; es stürmen

Vom Berge her mit lautem Bacheschrei135 Die Nymphen all' herbei und dröhn Vergeltung

Des Leids, damit ich kürzlich sie gekränkt. 1 )

Schon hat vom Bette mich der Schwärm getrieben,

Papier und Feder fällt mir aus der Hand.

Wenn nicht des Auges Irrtum fälschlich mich140 Mit Furcht erfüllte, (denn der Blick durchdringt,

Die schwefelgelbe Blitzesglut) so stürzt

Vom nahen Bergesgipfel sich der Flufs

Mit voller Wucht herab, zermalmt den Hain,

Erdrückt der schwachen Mauern Widerstand145 Durch Felsentrümmer; auf mein armes Dach

Bricht alsogleich des ganzen Himmels Wucht

Vernichtend nieder; seine Balken brechen,

Von allen Seiten dröhn des Todes Sehrecken

In fürchterlicher Nähe.

Meine Sinne,150 Mit Graun erfüllt bei dieser Fährnis Gröfse,

Verlangen, dal's ich schweige. Doch an dich,

Der stets zu helfen weifs, ergeht die Bitte:

') Aus dieser Stelle liifst sich folgern, dal's der Brief etwa 13.'18 oder1339 verfal'st ist, nachdem P. die in Ep. met. III, 1 geschilderten Anstreng-ungen zur Eindämmung der Sorgue gemacht hatte.