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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Der zögernd nur vom Wagen wich, er suchte

50 Zuletzt von allen im Verstecke Schutz,

Und nur Saturn blickt durch die Regennacht

Mit bleichem Licht und schrägem Strahl hernieder.

Ein hoch betagter Alter, dicht verhüllt

Mit feuchtem Mantel, um die grauen Schläfe

55 Schlingt er den dunkelschwarzen Wolkenkranz.Zu gutem Werke träge, eilt behendEr hin zu jeder argen Tat; mit StaunenErblickt man ihn; noch gestern war er fern,Welch Zauberflügel trug ihn her? Wie kam's

00 Dafs er die Kiesenräume schnell durchmafs? ] )Dafs ihm der Wassermann zu bösem Bunde 2 )Sich schnell gesellte? Ja, der Himmel selbstNicht fällig, so gewalt'ger Wucht zu trotzen,Und doch dem Sturm zu weichen nicht geneigt,

65 Gleich einem matten Ringer, wankt und bebt!Denn weit hat König Äolus die Pforten 3 )Des Kerkers aufgetan und läfst zum KampfeDer Brüder ungestümen Schwärm heraus,Sie schäumen Wut; er hetzt sie auf und dann

70 Läfst er sie zügellos von hinnen schiefsen.Auf sein Geheifs erschüttern sie die Welt,Des Himmels Antlitz hüllen sie in Nacht,Entsenden Wolkenbrüche; aus den FlurenReifst ihre Wut die Blumen, wirft die Fische

75 Die lustig spielten, auf den Sand, zerschmettertDie armen Fischer an dem Felsenriff.Sein Wort gebietet, dafs im hohen LuftraumVoll Grimm sie streiten, einen BruderkriegDem unheilvollen Wirrwarr zugesellen,

80 Der schon die Welt aus ihren Angeln hebt.Mit solchem Auftrag spornt er noch die Wilden,

0 Über Saturn als den Menschen feindlichen Planeten. Ep. inet. II, IS, 10.

2 ) Aquarins = der Wassermann, ein Bild des Tierkreises, bringt Regen(Ep. m. III, 1, 88) und erscheint an dem Unwetter deshalb mitschuldig.

") Zur folgenden Schilderung von Aolus, dem König der Winde, vgl.Virgil, Aen. I, 81 ff.