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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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50 Den Sang der Vögel unterstützt das FlüsternDes leisen Lufthauchs; zarte Farben ringenMit sul'sen Düften um den Preis; es wollenDie schmucken Blätter nicht der Blütenpracht,Die Blüten nicht der grünen Wiese weichen,

55 Und Eos' und Veilchen, Lilie und Narcisse,Sie streiten mit um diesen Schönheitspreis.

Und ach! wie wohlig ruht sich's auf dem GraseIn Ufers Grün! Wie naht der Schlummer leichtAuf weichem Rasenbett! Wie rauscht der Bach

60 So schnell dahin! Welch tiefer Wohllaut tönt

Aus seinen Wirbeln!-------Doch wer schildert sie,

Die holde Nymphe und ihr Zauberlied,Das sie von Baches Ufer aus erhebt,Mit engelgleichem Ton, in stiller Nacht,

(35 Und wenn die Sonne naht und wenn sie sinkt?')Sie kann die Götter selbst im Himmel rühren,Dem Donnergott den Keil entwinden, kannDen spröden Stahl mit sanften Blicken sprengen,Mit diesen Augen, d'rin die Allgewalt

70 Der Liebe wohnt, die jedes Herz verwundet,Die stille Glut, geheimes Sehnen anfacht.Aus ihnen sendet seine Feuerflammen,In Glut getauchte Pfeile jener Knabe,Der leicht beschwingt um meinen Garten flattert.

75 Und davon träum' ich, träume voller Wonne,Wozu das führt ist nur zu wohl bekannt! 2 )

J ) P. verleiht dem Echo, in dein das Rauschen der Sorgue endloswiederhallt,, die Züge seiner Laura.

2 ) Die letzten Worte heifsen bei P.: seit cetera nutrix; Rossetti über-setzt: sa la nutrice il resto = den Rest weite die Amme. Vergeblich binich bemüht gewesen eine sprichwörtliche Redensart zu fiuden, die, wieich vermute, P.s Worten zu Grunde liegt. Was die Amme weifs, scheintmir nichts anderes zu bedeuten alswas alle Welt weifs". P. will alsosagen, dais in dieser Umgebung, unter diesen Eindrücken, er wieder derGewalt der Liebe verfallen und die gleichen Torheiten begehen wird, wiealle Verliebton. Und welcher Art diese sind, das weifs ebenjedesalte Weib", Vgl. die Lehren derVieille" imRoman de la Rose".