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Mich still gemahnt. — "Wie wonnig ist's darinnen,5 Mag sieh im Frühling hunt die Wiese färben,Mag dir in Sommers Mitten, wenn die SonneDich scheitelrecht bestrahlt, das kühle Dunkel,Mag dir im Herbste süfse Frucht behagenUnd lauer Sonnenschein bei Winterskälte, —
10 Mag höher dich der Vögel stifses Flöten,
Das lieblich aus dem Dickicht schallt, entzückenUnd ihrer Federn buntes Kleid. —
Hier singtDie Nachtigall, von allen WaldessängernDie Königin, — laut übertönt den Chor
15 Mit honigsüfsem Schall das kleine Vöglein.
Oft schleich' ich durch das Dickicht und erspähe,Wie sie auf hochbelaubtem Ast sich birgt. —Entzückend schaut ein andrer Vogel aus!Den wahren Namen kann ich dir nicht nennen,
20 Lafs ihn dir schildern, du erkennst ihn wohl!Sein Kopf ist schwarz und bläulichgrau die Brust,Meist unterm Laub der Rebe spielt er froh.Wie spricht aus kleinem Körper so gewaltigEin Feuergeist! Wie schmeicheln sich dem Ohre
25 Die vollen Töne ein! 1 ) —
Natur, der Duft der Blumen, der Gesang der Vögel, das Brausen desWassers, das Echo der Felswand versenken ihn in wonnige Träume. DasGedicht schliefst passend sich an Ep. I, 7, 185 an, wo er, wenn auch vonSchrecken erfüllt, schildert, wie in der Einsamkeit ihn Lauras Bild aufsuchtund zur Liebe zwingt.
') Gemeint ist der Mönch, die schwarzköpfige Grasmücke, nach Brehmeiner der liebenswürdigsten, begabtesten und gefeiertsten Sänger. DasGefieder der Oberseite ist grauschwarz, das der Unterseite lichtgrau, dasder Kehle weißlich grau; der Scheitel ist beim alten Männchen tiefschwarz.Der Mönch ist in steter Bewegung; er hüpft unaufhörlich und mit gröfsterGeschicklichkeit in den dichtesten Büschen umher, (unter dem Weinlaubwohl mit Vorliebe, weil er da viele Schnecken und Insekten findet). DafsP. des Vogels Namen nicht kennt, ist interessant, wenn man hört, dafsauch Alexander von Humboldt ihn nicht erkannte, als er seinen weichen,melodischen Gesang in einem Garten der kanarischen Inseln bewunderte.Nach Brehm 2, 41VJ verdient er in der Stube den Kang vor jeder Nachtigall.Sein langer, in einem fort gehender Gesang ist flötender und mannig-faltiger u. s. w.