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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Oft schon mein' ich zu ruh'n hier unter dem nämlichen

[Grabstein.Heut mit wenigen Worten bezeug' ich den Kummer des

[Herzens,Einstmals sing' ich ein grösseres Lied; so lang ich noch lebe,

25 Soll mir die Zunge sich regen, die Treue der Mutter zu rühmen.Heute geleit' ich dich fort, fernhin zur Stätte des Todes;Sank der vergängliche Leib, der heut noch blühet, ins Grab hin,Möge die nämliche Urne, in der du, Teuerste, fortlebst,Meine Gebeine empfangen; dann leben wir beide zusammen,

30 Werden zusammen gepriesen, wenn meiner die Welt sich

[erinnert.Will das harte Geschick dies anders, soll mit dem LeibeEinst der neidische Tod zugleich mir vernichten den Nach-ruhm,Sei dir allein, ich flehe zu Gott, noch über das Grab fortLeben geschenkt; nie tilge der Tod den Namen der Reinen! l )

35 Soviel Jahre der Tod dir gegönnt hat, hab' ich dir heuteVerse geweiht und habe dir Seufzer gebührend gewidmet,Während den Augen der Deinen die düstere Bahre zu sehenUnd die erkalteten Glieder mit Tränen zu netzen vergönnt war.

9. Der Liebesgarten. 2 )

(An Laclius.)

Ein Gärtchen nenn' ich mein, das mir im BusenDie schon erloschne Flamme neu entfachtUnd an vergangner Zeiten süfse Seufzer

*) Mit Recht weist Geiger darauf hin, dafs aus dieser Stelle dasjugendliche Alter P.s gefolgert werden mnfs; ein auf dem Kapitol ge-krönter Dichter konnte nicht so reden. Dafs er seinen eignen Ruhmgewissermassen dem Andenkon der Mutter opfert, ist nach P.s Auffassungdas höchste Opfer.

a ) Lello, Sohn des Pietro Stefaneschi, war ein Jugendfreund P.s, derihn wegen der Ähnlichkeit seines Namens mit dem Laelius dos Altertumsund zum Zeichen ewiger Freundschaft Laelius nannte. Er war im Diensteder Colonnas und erlangte in demselben eine gewisse Bedeutung, vgl. Körtingp. 8182. Diesem Freunde schildert P., wie das stille Leben in seinemGarten zu Vaucluse die erloschene Liebe wieder entfacht. Die Reize der