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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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So schwer belastet, der die freie SeeleIn Fesseln schlägt und Leiden endlos schafft.Nur was Apoll mir gnädig schenkte, seiUnangetastet; meine freie Mui'se,

20 An der kein sorgenvoller Ehrgeiz hängt,Soll niemand stören. Nichts auf dieser WeltErregt mir Neid noch glühend wilden Hafs,Und von mir selbst denk' ich gering, wenn auchBislang mein Hochmut zu den Sternen flog

25 Und ich auf alle stolz herniedersah.

Doch alles wechselt in der Welt; mir wardGenugsam klar, was an mir ist; die TräumeDes Dichters irrten nicht. Was nützt es mir,Dafs ich den Durst im Musenquell ein wenig

30 Gelöscht, wenn nun ein andrer, heifser BrandMein Herz durchtobt und unablässig rast?Was hilft es, dafs am Helikon gelagert,Der Menschen tolles Treiben ich von weitemBequem belachte, wenn ich eigne Not

35 Erfolglos, ach! und endlos mufs bekämpfen?Was nützt der schöne Schein bei trüber Seele?Allein mich selbst, wenn auch mit Recht, zu lobenEntspricht nicht meines Sangs bescheidner Art.Ich wtifste wohl, was mich beglücken könnte,

40 Doch Gram und Kummer nagen still geschäftigAn meiner unglücksergen Brust. 0 Freund,Du lang vertrauter, seh' ich doch schon hierDes Mitleids Zähren deine Wange netzen!Du willst mit wahrer Vaterliebe alles,

45 Was mich bedrückt, erfahren, darum sporntDie Liebe mir den Kiel, ich folge willig.Ich Sprech es aus. Mir nützt vielleicht dein Bat.Es tut mir wohl, das schwerbeladne HerzDurch Klagen zu entlasten.

Mich verfolgt

50 Ein herrlich Weib, durch Tugend, alten AdelDaheim bekannt, im Lied von mir gefeiertUnd so in aller Welt berühmt geworden.