Druckschrift 
Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

43

Hier glänzt kein Purpurschimmer vom kunstverzierten Bett,Hier leuchtet nicht von Marmor schneeweifs die Lagerstatt;Auf Perlen nicht noch Purpur bereit ich dir den Pfühl,

40 Wo Wellen dich umtanzen auf heiterm Rasenbühl.Nur bringe selber klüglich, da Gottes GnadenhandDir hohen Geist gegeben, dein Schiff ans sichre Land.Ich bleibe fest entschlossen, (naht doch der Tod sogleich!)Nach hohem nicht zu streben, mein Gärtchen macht mich

[reich.

45 Das zeigt mir, wie der Gärtner so träge hier geschafft, 1 )Das fordert neue Stämme; den alten fehlts an Saft.Das sei, macht mich das Alter für Jugendwerke matt, 2 )Gibt Gott mir langes Leben, des Greises Ruhestatt.In obstbeladner Zweige bequemem Schattendach

50 Stell' ich mit Angelhaken den stummen Fischen nach.Das andre spendet reichlich mir dies geschlossne Tal,Zum Nachtisch krönen Pfirsich und Birne mir das Mahl,0 lafs dich von den deinen mit solcher Frucht versehn,Dann wirst den Altersleiden du glücklich widerstehn. 8 )

55 Dies schrieb aus Waldesdickicht dein Freund und weifs

[zur FristNoch nicht, ob an der Sorgue er Gast ob Flüchtling ist.

Der ausschweifende Luxus machte auch aus diesem einfachen Möbel einenPrachtgegenstand.

*) Über die Verwüstungen, die in seinem den Nymphen im Kampfeabgerungenen Terrain eingetreten waren; vgl. Ep. 111, 1, v. 4151.

2 ) Die Basler Ausgabe von 1554 (Petri) und noch Rossetti lesen: Utcum tempus mortis erit ad iuvenilia laevnm nostra sit hie requies, sitantum tenditur aevum, obwohl offenbar v. 47 kein Hexameter ist und dieVerderbnis inmortis" ganz klar ist. Denn nicht vom Tode redet P.,sondern von der Ruhe eines behaglichen Alters. Vermutlich hat P. ge-schrieben: ut cum tempus erit vitae ad iuvenilia laevum; demgomäfs istauch übersetzt worden.

3 ) P. wurde mit zunehmendem Alter immer mehr ein Feind derArzte und heilte seine Leiden am liebsten mit einer von ihm selbst be-stimmten Diät, in der das Obst eine hervorragende Rolle spielte. Er liofsauch von seinem Vegetarianertum nicht ab, so sehr auch die Abnahmeseiner Kräfte eine festere Kost notwendig zu machen schien. Körting,p. 133 u. 441 u. 443.