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Die müden flUcht'gen Musen liefs hier ich gastlich ein,
Auch du, von mir geladen, sollst ihr Genosse sein. —15 Hier machen traute Bücher dich aller Sorgen quitt,
Und lassen mich vergessen, was ich im Kriege litt.
Hier findest du Neapel, ich Parmas gastlich Haus —
Nicht Kampfeslärm noch Tücke verdrängen mich daraus.
Wer Lust hat, sammle Schätze, denn meinem stillen Sinn20 Genügts, nicht dai's ich König, doch dafs ich Dichter hin.
Nicht schäm' ich mich des Titels, der schon so viele schmückt,
Hat dich das wilde Jagen nach Ehren mehr beglückt?
Dich trägt ein schwanker Nachen durch Meere her und
hin,i) —
Kommt nie das Graun des Todes mit Angst dir in den Sinn?25 Wird nie des argen Hofes Gefährlichkeit dir klar?
Wie schwankt die Gunst! Die Schwelle umdräut der Sorgen
Halt ein, ich rate weise, entflieh der bösen Welt, [Schar!
So lange noch die Segel ein günst'ger Fahrwind schwellt.
Hier wartet dein, o Meister, ein friedlich Lebensglück,30 Hier aller Güter Fülle; o kehre schnell zurück!
Lafs du den Geizhals sorgen für Reichtums Überschwang;
Wohl glänzt das Gold, doch schlägt es das Herz in bittern
[Zwang.
Die Wand braucht keinen Teppich,' 2 ) des Mannes Kleid sei
[schlicht,
Die Kost sei gut, dann leist' ich auf Schlemmen gern Verzicht.35 Was nützt am stolzen Lager ein Tritt von Elfenbein! 3 )
Wer gut sein Werk beendet, nur der schläft ruhig ein.
1 ) Die Erwähnung der Seefahrt ist nur bildlieh zu verstehen. Philippede Cabasolles, Kardinal, gebürtig aus Cavaillon in der Provence, war an-fänglich Kanonikus der dortigen Kathedralkirche, darauf Archidiakonus,ferner Propst und endlich Bischof daselbst, 1334. Darauf wurde erPatriarch von Jerusalem; Urban V. machte ihn später zum Kardinal undBischof von Sabina, schickte ihn auch als Legaten nach Italien undDeutschland. Gregor XI. vertraute ihm die Administration der päpstlichenLänder, während er in Avignon safs. Ph. starb in Perugia 27. April 1372.
2 ) Bekannt ist die Sitte die Wände mit kostbaren Geweben zu be-hängen, (man denke an Kaffaels Arrazzi).
8 ) Das hohe Himmelbett wurde nicht selten vermittelst kleiner Treppenoder Tritte, die man beim Schlafengehen an das Bett schob, bestiegen.