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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Und wie du alles sorglich prüftest, allesZusammenlasest Punkt für Punkt und emsigDurchsuchtest tausend Bände, wurde immerHinausgeschoben der Entscheidungstag;

160 Und ward auch warmer Eifer angeregt

Und war in Spannung auch der Menschengeist,Stets unentschieden blieb für ihn die Frage.Doch sieh! die Zeit ist da! Zur Ruhe kamDer lange Streit, den weise du beschwichtigt!

165 Nach dir, nach seinem Gatten sehnt sich Rom,Voll Zukunftshoffnung, ganz ItaliaErwartet freudig seines Vaters Heimkehr.Nimm an die Bitte, bringe gnädig Rettung!Dann soll dein Auge Christum ehren sehn

170 In aller Welt; dann soll als grofse HerdeDie ganze Menschheit dir als Hirten folgen.Dann sollen Götzentempel, GötzenbilderZu Boden stürzen, soll der falsche WahnVon dir bezwungen seine Ohnmacht fühlen

175 Und nimmermehr der Menschen Herz verfinstern!In allen Ländern herrsche frommer Glaube,Und Lieb' und sel'ger Friede; von der SeeVerschwinde der Pirat, der Seuche KeimVerschwinde aus den Brunnen, aus der Luft

180 Verschwinde der Verpestung Todeshauch,Froh lache rings die Flur; der Ruhe GlückErfreue jede Stadt, dem Volke gelteDie Tugend mehr als Gold bewundernswert,Das Laster mehr als Not und Tod gefährlich!

185 Es freue sich im Alter noch dein Blick

An solchem Segen; schaust du einst zurückAuf lange Zeit gepriesnen Glückes, dannZum Sternenhimmel schreite sanft hinüber.Dein Lohn ist hier Verehrung aller Zeiten

dahin gelehrt, dafs die Seligen sofort nach dem Tode Gott schauenkönnten. Wegen heftigen Widerspruchs der Theologen muiste JohaunXXII.widerrufen, nach seinem 1334 erfolgten Tode dauerte der Streit noch fortund wurde erst 133G von Benedict XII. beendet.