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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Nicht jene Grotte in der Felsenwand,

Von Sonnengold bestrahlt, des Dichters Lust?

Kann nicht des Tales milde Balsamluft

Dein Herz gewinnen, nicht des Berges Scheitel

10 Dich reizen, der durch klare Bläue schroffIn kühnen Linien auf zum Äther steigt?Nicht Grlin der Rehen? Nicht des Ölbaums Schatten?Nicht Myrthenduft? Kann sich dein Auge nichtDer Wiese freun, die beide Ufer schmückt,

15 Von Pappellaub beschattet, übersät

Von Blumen ohne Zahl und grünen Kräutern?Des Flusses nicht, der unsre Fluren teilt,Das stille Tal mit sanftem Rauschen füllt,Und unerschöpflich rastlos weiter strömt,

20 Wo Nymphen unermüdlich Reigen tanzenUnd wo der Musen Lied ohn' Ende tönt?Rührt es dich nicht, dat's um der Gattin SterbenDer Tauber zärtlich girrend klagt, als brächteEr Totenopfer ihrem teuren Schatten?

25 Dafs Philomele um ihr grauses Los, 1 )

bei Bari iu Apulieu ernannt worden. Er zog deshalb über Avignon nachItalien. Dies gab P. eine erwünschte Gelegenheit, ihn in Avignon wiederzu sehen. Aber P. bemühte sieh dringend und, wie es scheint, vergeben?seinen hochstehenden Freund zu einem Besuche in Yaucluse zu veranlassen.Vorliegendes Gedicht sucht durch eine für damalige Humanisten sehranziehende Schilderung der Heize des Tales der Sorgue den Freund an-zulocken; da aber dies anscheinend nicht ausreicht, schliefst sich daraneine Erzählung von dem Aufenthalte des Königs Kobert von Neapel inVaucluse, der au diesem Orte besonderes Gefallen gefunden habe. DieWorte, Gedanken, die Geistesgröße des Königs R. werden auf diese Weiseder Hauptinhalt des Gedichtes. Da nun gleich darauf Dionys von KönigK. an seinen Hof nach Neapel berufen wurde, so ist nicht unwahr-scheinlich, dafs P. von dieser Absicht schon Kenntnis hatte und durchvorliegendes Gedicht, von dem er erwarten inufste, dafs es dem Königbekannt werden würde, sich dem König in empfehlende Erinnerung brachte.Bekannt ist, dafs D. bei dem König dahin wirkte, dafs er P. den Lorbeerversprach. Das Gedicht füllt demnach in das Jahr 1339. D. starb 1342.*) Indem P. in seiner Umgebung Tiere und Pflanzen auf Heroen undHeroinen zurückführt, treibt er nicht nur gelehrte Spielerei, sondern seinTon und Ausdruck beweisen, dafs er die Sagen des Altertums fast mit-